Elf Tage lang eine Auszeit nehmen, die Arbeit Arbeit sein lassen, auf die 73. Berlinale (16-26. Februar) gehen und einen Film nach dem anderen schauen: Für zwölf unserer Leserinnen und Leser der Berliner Morgenpost erfüllt sich dieser Traum jedes Jahr.

Denn sie bilden die Leserjury, die – nach zwei coronabedingten Jahren Zwangspause – für unsere Zeitung den Wettbewerb des Festivals verfolgen, um aus den Kandidaten am Ende den Publikumsfavoriten zu küren. Bei 19 Wettbewerbsfilmen sind das zwei bis drei Filme pro Tag. Das ist die Pflicht. Dann aber kommt die Kür. Wer noch Zeit und Energie hat, kann auch in weiteren Sektionen Filme schauen.

So viele Filme schauen, wie man schafft - und das alles umsonst

Unter den vielen Einsendungen wurden in diesem Jahr acht Leserinnen und vier Leser ausgewählt: Orietta Angelini (74), Hochzeitsorganisatorin; Holger Beisitzer (47), Innenarchitekt und Künstler; Joanna Bellina (33), TV-Kundenberaterin; Malte Bröse (28), Doktorand in Sonnenphysik; Johannes tom Dieck (46), Mitarbeiter im Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg; Doreen Genzel (49), Dozentin; Harald Günther (68), Mediengestalter und Schriftsetzer in Rente; Meike Hilbring (52), Projektmanagerin; Petra Luber (58), Beamtin für Verbraucherschutz; Claudia Nievert (66), Vertriebsmitarbeiterin für Kanzleisoftware in Rente; Katayun Pirdawari (60), Projektleiterin eines Frauenprojekts; und Katja Techritz-Stocking (40), Ergotherapeutin.

Der Potsdamer Platz steht schon ganz im Zeichen der Berlinale, die am 16. Februar eröffnet wird.
Der Potsdamer Platz steht schon ganz im Zeichen der Berlinale, die am 16. Februar eröffnet wird. © dpa | Carsten Koall

Sie alle trafen sich bereits am vergangenen Sonnabend zu einem ersten Treffen. In einem Club-Kino des Zoo Palastes, um schon mal ein bisschen in Kino-Stimmung zu kommen. Das war aber gar nicht nötig. Weil sich beim gegenseitigen Vorstellen zeigte, dass sie alle eine enge Berlinale-Bindung haben. Viele sind schon seit vielen Jahren mit dabei, einige haben früher sogar in der Kälte mit Schlafsack gecampt, um morgens an den Ticketcountern die Ersten zu sein.

Filme schauen, Stars schnuppern – und hinter die Kulissen des Festivals schauen

All das fällt weg. Und auch die nicht ganz billigen Preise, die man für die heiß begehrten Tickets im Wettbewerb berappen muss. Am Ende des Festivals werden sich unsere zwölf Geschworenen zwischen 19 Beiträgen entscheiden müssen. Der Leserpreis wird dann, zusammen mit anderen Unabhängigen Preisen, am Sonnabend, den 25. Februar im Berlinale-Pressekonferenzraum im Hyatt Hotel verliehen. Und da kann man noch ein bisschen hinter die Kulissen spicken: Denn vorab halten sich die Jurys da auf, wo sonst die großen Filmstars sitzen, bevor sie zur Pressekonferenz kommen.