Filmfestspiele

Cineast oder Groupie: Welcher Berlinale-Typ sind Sie?

Elf aufregende Festival-Tage stehen bevor – allein im offiziellen Programm laufen 434 Filme. Da ist es doch gut zu wissen, was passt.

Der Groupie und Stargucker

Den Kinosaal sehen Sie während der Berlinale nicht von Innen – Ihr Platz ist draußen am Roten Teppich. Sie lungern wahrscheinlich jetzt schon auf dem Potsdamer Platz herum, um ein Autogramm zu ergattern. Und selbst wenn nicht: Sie kennen genau die Hotels, in denen die Stars absteigen. Stift und Block sind längst vorbereitet, genauso wie die warme wollen Unterwäsche. Abends schmuggeln Sie sich auf die Berlinale Partys. Einmal drinnen, ist kein Promi vor Ihnen sicher. Ihre Lieblingsfilme: "Pretty Woman", "Titanic" (Die Knutsch-Szene an der Reling!), "Harry & Sally" - Hauptsache, es kommen die ganz großen Gefühle darin vor. Wenn Sie eine Frau sind , stehe Sie auf Richard Gere oder George Clooney. Wenn Sie ein Mann sind auf Julia Roberts, Meg Ryan oder Cameron Diaz.

Der Popcorn-Typ

Hauptsache Krawumm oder große Gefühle - bei Ihnen muss immer etwas los sein. Sie sind deshalb ein klarer Fall für den Wettbewerb. Keine Leinwand ist größer als die im Berlinale-Palast. Einige US-Leckerbissen sind dort zu sehen, wie der neue Filme der Coen-Brüder „Hail, Caesar!“ mit George Clooney. Stars sind Ihnen wichtig - aber auch nicht so sehr, dass Sie sich ewig für ein Autogramm in die Kälte stellen würden. Sie mögen Mainstream-Filme wie "Der Pate", "Starwars" oder auch "Der Herr der Ringe". Unser Rat: Am besten geben Sie Ihre Hollywood-Fixierung auf. Der philippinische Wettbewerbsbeitrag wird acht Stunden lang sein. Großes Kino!

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Der Filmsportler

Die Berlinale bietet 434 Filme. Macht mindestens 39.060 Minuten. Und das in elf Tagen mal 24 Stunden. Überhaupt kein Problem für Sie, denn Sie haben viel Kondition und sich deshalb wieder viel vorgenommen. Ihre Berlinale-Tage sind generalstabsmäßig durchgetaktet, bis hin zur Essens- und zur Pipipause. Das ganze Jahr über fiebern Sie auf dieses Festival hin, jetzt will auch alles mitgenommen werden. Dafür ist Ihnen kein Weg zu weit, Sie finden auch noch Eintritt in die allerabseitigste Retrospektive. Für Sie zählen dabei weder große Namen noch große Häuser, sondern nur Filme, Filme, Filme. Den "Paten" mögen sie auch, haben aber eigentlich keine besonderen Vorlieben: Sie schauen, was geht.

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Der Cineast und Rosinenpicker

Mainstream interessiert Sie nicht, aber der Neue mit der Huppert oder die Zwischentöne à la Thomas Vinterberg. Soll heißen: Das Berlinale-Programm wird von Ihnen genau studiert, bitte keine Hektik. Nicht jeder Film muss gesehen werden. Es geht um die Leckerbissen. Wortwörtlich: Wo sonst kann man einen Dokumentarfilm über den baskischen Sterne-Koch Andoni Luis Aduriz sehen und wird danach höchstpersönlich von ihm molekular bekocht? Nur auf der Berlinale! Für Sie ist aber nicht Futter für den Magen entscheidend - sondern Futter für den Geist.

Der Weltfilm-Freund

Endlich – was es normalerweise nicht ins Kino schafft, hier im Berlinale-Forum ist es zu sehen. Sie sind schon ganz scharf auf die Doku vom cracksüchtigen Kamel in Trinidad. Ansonsten schauen Sie armenische, israelische, burmesische, arabische, chinesische, albanische Filme. Und natürlich kleine Off-Produktionen aus den USA und Europa. Hier gibt es keinen Kniefall vor Hollywood, gute Filme kann für Sie jede Nation. Auch Blockbuster interessieren Sie nicht - dann doch lieber eine Low-Budget-Produktion über transsexuelle Preisboxer im mittleren Westen. Also hinein ins Vergnügen. Danach müssen Sie wieder ein Jahr darben.