Filmfestspiele

Erste Berlinale-Gewinner stehen fest

Wenige Stunden vor der Verleihung der Berlinale-Bären haben die unabhängigen Jurys ihre Preisträger bekanntgegeben.

„También la lluvia“ („Even The Rain“) und „Im Himmel, Unter der Erde. Der Jüdische Friedhof Weißensee“ erhalten den Panorama-Publikumspreis der 61. Berlinale. Das teilten die Berliner Filmfestspiele am Samstag mit.

Der Panorama-Publikumspreis wurde in diesem Jahr erstmals in zwei Kategorien vergeben. Icíar Bollaíns „Even The Rain“ wurde von den Berlinale-Besuchern zum besten Spielfilm, Britta Wauers „Im Himmel, Unter der Erde“ zur besten Dokumentation gewählt. Insgesamt wurden den Angaben zufolge mehr als 23.000 Stimmen abgegeben und ausgewertet.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International vergibt ihren mit 5000 Euro dotierten Filmpreis an die Dokumentation „Barzakh“. Der Litauer Mantas Kvedaravicius habe den Film über die Lage in Tschetschenien ohne Genehmigung und mit hohem persönlichen Risiko gedreht. Der Zuschauer erfahre das Leid, das Unrecht und die latente Gefahr in dem Land, urteilte die Jury in Berlin.

Der Film handelt vom Verschwinden eines Mannes. Obwohl Zeugen beobachtet haben, dass er von staatlichen Vollzugsbeamten abgeführt wurde, kennt niemand seinen Aufenthaltsort. Seine Angehörigen erhalten widersprüchliche Auskünfte. Im Lauf der Zeit wird das Schicksal des Verschwundenen immer ungewisser. „Wer diesen Film sieht, ist in Tschetschenien. Der Regisseur nimmt die Zuschauer mit in das Dorf, in das Leben und in die Seelen der Menschen“, heißt es im Urteil der Jury.

Die Ökumenische Jury ehrte unter anderem den iranischen Wettbewerbsbeitrag „Nadar und Simin, Eine Trennung“ von Asghar Farhadi. Er gewann auch den Preis der Leserjury der „Berliner Morgenpost“. Den DAAD-Kurzfilmpreis bekam „LaDucha“ von Maria José San Martín. Die Jury Dialogue en perspective würdigte mit ihrem Preis „Die Ausbildung“ von Dirk Lütter.

Die Hauptpreise der Berlinale, die Silbernen und Goldenen Bären, sollen am Samstagabend (19 Uhr, 3sat) vergeben werden. Um sie konkurrierten 16 Filme. Die am 10. Februar eröffneten Festspiele enden am Sonntag. Nach Angaben der Veranstalter wurden fast 400 Filme gezeigt und für die Vorführungen rund 300.000 Eintrittskarten verkauft.