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Wann die Berlinale-Filme in die Kinos kommen

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Eberhard von Elterlein

Foto: Berlinale

Die Filmfestspiele Berlin gehen zu Ende. Wer keine Gelegenheit hatte, die Beiträge im Wettbewerb und anderen Sektionen zu sehen, kann das nachholen. Denn die Streifen - von "Shutter Island" bis "Die Friseuse" - kommen in die Kinos. Wann, das hat Morgenpost Online für Sie zusammengefasst.

Na, Berlinale-müde? Elf Tage Festival gehen am Sonntag zu Ende, und wie immer gab es für die Kinofans am Ende zu wenig Schlaf, zu viele Eindrücke und den Ärger, dass man es in den einen oder anderen Film dann doch nicht geschafft hat. Ein Festival ist ein Ort, wo Filme aus der Taufe gehoben und empfangen werden mit rotem Teppich, Scheinwerferlicht und einer ersten Zuschauerreaktion, vom kräftigen Buh („Jud Süß – Film ohne Gewissen“) bis zum warmen Applaus („En ganske snill mann“). Das ist schön, aber nicht das wahre Filmleben. Zu laufen fangen die bewegten Bilder erst beim regulären Kinoeinsatz an, dann sieht man, ob sich der herzliche Festivalbeifall in einen warmen Geldregen verwandelt. Und für die Zuschauer ist das die Gelegenheit, Verpasstes nachzuholen.

Vom kommenden Donnerstag (25. Februar) an kann man das schon: Leonardo DiCaprios Suche nach einer psychotischen Kindsmörderin auf „Shutter Island“ lief im Wettbewerb außer Konkurrenz und kann dann ohne Anstehen problemlos begutachtet werden. Auch Ewan McGregor erlebt als „The Ghost Writer“ allerlei merkwürdige Vorgänge auf einer einsamen Insel vor der US-Ostküste – nur hat McGregors Figur im Gegensatz zu DiCaprios US-Marshall noch alle Tassen im Schrank, wovon man sich sogar jetzt schon im Kino überzeugen kann.

Seit vergangener Woche gibt auch Doris Dörries übergewichtige „Friseuse“ aus dem Berlinale-Special ihr Stelldichein. Diese noch junge Festival-Sektion mausert sich immer mehr zur Konkurrenz des Wettbewerbs, sie ist beliebte Werbeplattform für kommende Filmstarts: So sangen sich Penélope Cruz und Nicole Kidman erst am Freitag in „Nine“ durch den Friedrichstadtpalast, ab Donnerstag (24. Februar) dürfen sie das bundesweit in den Kinos. Musikalisch geht es auch weiter: Ab 18. März tanzen im Kino Jugendliche Pina Bausch: in „Tanzträume“ .

Nicht so leichtfüßig gab sich im Berlinale-Special „Henri4“ . Er kämpfte verzweifelt im französischen Glaubenskrieg und Regisseur Jo Baier erfolglos gegen die Romanvorlage von Heinrich Mann. Mal sehen, ob der Film nach reichlich Kritikerspott zumindest ab 4. März an der Kinokasse reüssiert. Begeisterter waren die Rezensenten dagegen vom „Boxhagener Platz“ in derselben Sektion. Matti Geschonnecks liebevolle Hommage an die 60er-Jahre im Osten Berlins wird ebenfalls am 4. März starten.

Eine Woche später ist dann „Die Fremde“ mit Sibel Kekilli in der Hauptrolle in den Kinos zu sehen. Das viel beachtete Familiendrama von Feo Aladag lief im Panorama-Programm. Aus dieser Sektion haben es weitere Beiträge zu einem Kinostart geschafft. Regisseur David Sieveking pilgerte auf den Spuren der transzendentalen Meditation. Das Ergebnis, die Dokumentation „David wants to fly“ läuft ab 6. Mai. Bereits am 15. April startet „Friedensschlag“ , eine Studie über fünf junge Männer, die im Boxring ihre Gewalt kanalisieren sollen. Auch aus anderen Sektionen schaffen es Beiträge in die Kinos. Philipp Scheffners Forum-Doku „Der Tag des Spatzen“ läuft ab 22. April, während mit „Neukölln Unlimited“ vom 8. April an der Sieger des Gläsernen Bären in der Generation 14plus die Filmsäle erobert.

Doch die meiste Aufmerksamkeit erhalten in den Kinos immer noch die Wettbewerbsbeiträge. Und davon starten einige demnächst: Benjamin Heisenbergs „Räuber“ sprintet am 4. März los, Ben Stiller macht uns den „Greenberg“ ab 1. April, der Iraner Rafi Pitts kommt mit seiner „Zeit des Zorns“ ab 8. April. „My Name is Khan“ sagt Shah Rukh Khan ab 6. Mai, und Gérard Depardieu macht ab 10. Juni seine „Mammuth“ startklar.

Ach ja: Am 3. Juni gibt Woody Harrelson noch „The Messenger“ , und ab 24. Juni erzählt Robin Wright Penn „The Private Lives of Pippa Lee“ . Sollte sich noch jemand an diese Filme erinnern – sie liefen vergangenes Jahr im Wettbewerb.