In den ersten Jahren hatte es die Berlinale eilig. Gleich dreimal zog das Festival in den ersten zehn Jahren innerhalb Berlins um. Ihre Geschichte begann am 6. Juni 1951 im Titania-Palast in Steglitz, zum Auftakt wurde "Rebecca" von Alfred Hitchcook gezeigt. Doch der Titania Palast lag vielen zu weit abgelegen, und so blieb die erste Berlinale auch die letzte in Steglitz. 1952 zog das Festival in den Delphi-Filmpalast und das Capitol. Die Organisatoren, die für die Vorbereitungsphase in die Nähe des Bahnhofs Zoo gezogen waren, versprachen sich durch die Nähe zur Innenstadt eine Steigerung der Einnahmen - und freuten sich selbst über kürzere Wege.

Doch die Aufteilung auf zwei Hauptspielstätten konnte nur eine Zwischenlösung sein, und so stand bereits fünf Jahre später der nächste Umzug an. "Filmfestspiele in einem neuen Berlin" lautete das Motto der Berlinale im Jahr 1957. Und neu war auch der zentrale Spielort: Fortan residierte das Festival im neugebauten Zoo-Palast am Bahnhof Zoo. Endlich hatte man einen zentralen Ort gefunden, der auch groß genug war, das Festival zu beherbergen. Durch Umbauten konnte die Kapazität ständig erweitert werden; in den 70er-Jahren standen neun Kinosäle zur Verfügung. Bis heute auffälligstes Gestaltungsmerkmal des Palastes ist die Fassadenverkleidung aus Keramik, auf die Filmreklame gemalt werden kann.

43 Jahre lang war der Zoo Palast das Herz des Festivals. Über die Jahrzehnte erwarb er sich den Ruf eines Premieren-Kinos und wurde weltberühmt. Kein Wunder also, dass der nächste und bislang letzte Umzug Fans und Fachleuten deutlich schwieriger zu vermitteln war als die beiden zuvor. Die Entscheidung fiel direkt vor der Berlinale 1997. Festspielleiter Moritz de Hadeln war zunächst skeptisch, doch letztlich stimmte auch er für einen Umzug an den Potsdamer Platz, wie er von der Politik gewünscht war.

Zum 50. Jubiläum sahen die Organisatoren den richtigen Zeitpunkt für den Umzug. Doch als die Berlinale im Jahr 2000 an ihren jetzigen Standort in den Berlinale Palast zog, mussten erst einmal einige logistische Probleme gelöst werden. Die beiden Multiplex-Kinos, jetzt Hauptspielstätten, waren gerade erst fertiggestellt. Auch der eigentliche Palast, im Alltag ein Musicaltheater, war noch nie für eine Gala genutzt worden. Und schließlich stand über allem die bange Frage: Wie verändert der neue Standort den Charakter des Festes?

Nach anfänglicher Skepsis lobten die meisten Besucher die professionelle Technik und Infrastruktur. „Die Nostalgiker sind in der Minderheit“, stellte Festivalleiter Moritz de Hadeln erleichtert fest. So setzte die Berlinale ihre Erfolgsgeschichte auch am Potsdamer Platz fort - und rückte endlich aus dem tiefen Westen ins neue Zentrum Berlins.