Die Opposition im Abgeordnetenhaus fordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, um die stark gestiegenen Kosten und die Verzögerungen bei der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden aufzuarbeiten.
Grüne, Linke und Piraten brachten am Donnerstag im Abgeordnetenhaus einen entsprechenden Antrag ein. Ziel sei es, die Ursachen aufzuklären und die politisch Verantwortlichen für das Debakel zu benennen.
Die 2010 begonnene Sanierung des Opernhauses sollte ursprünglich im Herbst 2013 beendet sein und knapp 240 Millionen Euro kosten. Inzwischen werden die Kosten auf mehr als 380 Millionen Euro geschätzt, die Wiedereröffnung verschob sich auf den Herbst 2017. Da der Anteil des Bundes auf 200 Millionen Euro festgeschrieben ist, muss Berlin die Mehrkosten allein tragen.
Wolfgang Brauer, kulturpolitischer Sprecher der Linken, warf dem Senat „jahrelange Vernebelungstaktik“ vor. Es sei politischer Druck von der Senatsspitze ausgeübt worden, Hinweise auf Kosten- und Zeitrisiken nicht zu beachten. Oliver Schruoffeneger (Grüne) kritisierte, die Bauarbeiten seien ohne ausreichende Planung und Untersuchung des Baugrundes aufgenommen worden.
Abgeordnete von SPD und CDU monierten zwar ebenfalls die Kostensteigerungen, bezeichneten aber einen Untersuchungsausschuss als nicht notwendig. Dennoch lehnten sie ihn nicht ab. Der Antrag wurde in die Fachausschüsse überwiesen.
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