Ausstellungen

Neue Nationalgalerie stellt erstmals im Israel Museum aus

Silvester schließt die Neue Nationalgalerie endgültig. Im leeren Haus spielt dann noch einmal Kraftwerk auf. Was wird aber aus der Sammlung in den nächsten Jahren?

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Die letzten Tage der Neuen Nationalgalerie rücken näher. Am 31. Dezember schließt sie mit den vier Ausstellungen, Punkt 18 Uhr. Mal sehen, wie viele Bilder- und Silvesterselige Besucher an diesem Tag noch den Weg ans Kulturforum finden. Ab 6. Januar wird Kraftwerk dem leeren Mies-van-der Rohe-Bau mit dem wirklich allerletzten „Abschiedsblues“ einheizen. „Wir wissen, was uns fehlen wird“, sagt Museumsgeneraldirektor Michael Eissenhauer auf der gefühlt schon fünften Abschiedspressekonferenz des Hauses.

Die zwei jüngsten Bände zu den Sammlungspräsentationen „Moderne Zeiten“ und „Der geteilte Himmel“ (Distanz Verlag, je 58 Euro) gelten quasi als letzte Gabe. Doch dieser Tag ist nur bedingt dem Rückblick auf 46 Jahre Neue Nationalgalerie gewidmet. Museumsmann Udo Kittelmann will nach vorne schauen, alles daran setzen, dass „die Sammlung nicht so schnell vergessen“ wird.

Er möchte sehr aktiv an und mit der Sammlung arbeiten, sie „in verschiedenen Konstellationen und Perspektiven erforschen“. Und das aus einem guten Grund: Erst im Wissen um diese Kollektion kann die Idee für ein „Museum der Moderne“ reifen. Ab den 2020er-Jahren könnte es eröffnen, streut Eissenhauer kurz ein.

Am 22. Mai 2015 präsentiert sich die Neue Nationalgalerie in der Alten Nationalgalerie, die komplette zweite Ebene wird dann für „IMEX“ freigeräumt, der spröde Titel für eine Ausstellung, die Werke des Expressionismus und Impressionismus gegeneinander stellt. Von den 160 Arbeiten kommt der größte Teil aus dem eigenen Bestand. Ein Wiedersehen mit Ikonen von Monet, Degas, Kirchner, van Gogh und Munch.

Mitte des Jahres bezieht die Nationalgalerie eine Dependance im West-Flügel des Hamburger Bahnhofes. „Neue Galerie“ genannt, eine Anspielung auf Ronald Lauders New Yorker Museum des 20. Jahrhunderts, in dessen Bestand die „Berliner Straßenszene“ gehört. Im halbjährlichen Wechsel soll die Sammlung mit verschiedenen Schwerpunkten vorgestellt werden. Hier wird auch Bildhauer Rudolf Belling eine größere Schau bekommen.

Im Oktober soll die Nationalgalerie zu Gast im Israel Museum sein. Kulturpolitisch könnte das Projekt nicht höher angesiedelt sein. Die erste Zusammenarbeit eines deutschen Museums mit einem Haus in Jerusalem. Anlass ist das 50-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen beider Länder.

Neue Nationalgalerie, Kulturforum. Bis 31. Dezember, 18 Uhr.