Sie ist die Schöpferin des Berlinale-Bären, der den Filmfestival-Gewinnern seit mehr als 60 Jahren überreicht wird. Zum 125. Geburtstag der Künstlerin Renée Sintenis widmet das Berliner Georg Kolbe Museum der Bildhauerin eine umfangreiche Werkschau. „Renée Sintenis. Berliner Bildhauerin (1888-1965)“ heißt die Ausstellung, die am Sonntag von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick eröffnet wird. Bis zum 23. März kommenden Jahres sind 100 Arbeiten von Sintenis zu sehen.

Die emanzipierte, selbstständige und beruflich erfolgreiche Sintenis galt zur Zeit der Weimarer Republik als Inbegriff des Typus der Neuen Frau, so Museumsdirektorin Julia Wallner am Freitag. Sintenis schuf vor allem Bronze-Skulpturen von Tieren und Sportlern, aber auch Porträtbüsten.

Eine ganze Vitrine voller kleiner Pferdefiguren ist zu sehen, daneben Hunde, Ziegen, Rehe, Elefanten und Esel – immer in Bewegung, voller Leben und Übermut. Gezeigt werden auch Selbstbildnisse von Sintenis und ein Porträt von Dichter Joachim Ringelnatz, mit dem die Künstlerin eng befreundet war. Der Schriftsteller Ernest Hemingway besaß eine von ihren Boxer-Skulpturen.

Eine der meistfotografierten Frauen in der Weimarer Republik

Die hochgewachsene, knabenhafte Sintenis mit dem kurzen Haar und der androgynen Ausstrahlung sei eine der meistfotografierten Frauen der Weimarer Republik gewesen, erklärt Wallner. Obwohl Sintenis selbst eher scheu und sehr ernsthaft gewesen sei. „Die Tiere stehen mir näher als die Menschen“, habe sie über sich selbst einmal gesagt. Sintenis' berühmter, auf den Hinterpfoten stehender Bär begrüßt auch die nach Berlin Reisenden am ehemaligen Grenzübergang Dreilinden. In Berlin-Friedenau ist außerdem ein Platz nach ihr benannt.

dpa/alu