Sanierung

Berliner Staatsoper bekommt bald wieder ein Dach

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Franziska Birnbach

Ein Dach über dem Kopf und ein trockener Keller: Die Arbeiten an der Berliner Staatsoper kommen voran. Wann Unter den Linden wieder Musik erklingt, ist indes ungewiss. Aber: Jetzt gibt es eine Webcam.

Für ein Gewicht von sechs Tonnen schwebt der Stahlfachwerk-Träger erstaunlich grazil durch die Luft. Mithilfe eines Krans findet der rote Träger seinen neuen Platz auf dem Dach der Staatsoper Unter den Linden.

Bis Jahresende soll das Dach über dem Opernhaus wieder geschlossen sein, sagte Bauleiter Bernd Krechting am Freitag. Dann können auch die Arbeiten im Zuschauerraum beginnen. In diesen Tagen werden die zehn Dachstützen mit einem Gesamtgewicht von 100 Tonnen eingebaut, an die dann die Saaldecke gehängt wird.

Es scheint voran zu gehen auf der Baustelle am Bebelplatz in Berlin-Mitte. Seit 2010 wird die Staatsoper saniert – mit einem Eröffnungstermin und der genauen Rechnung hält sich die Senatsverwaltung zurück. Zu viel kann noch passieren, blamiert hat sich die Stadt bei Großprojekten schon genug.

Ursprünglich war eine Eröffnung Ende 2013 geplant. Zuletzt war von 2015 die Rede. Statt der zunächst veranschlagten 250 Millionen Euro rechnet die Berliner Bauverwaltung jetzt mit mindestens 296 Millionen Euro. Den Löwenanteil der Finanzierung trägt der Bund.

Bei den Opernmachern grummelt es indes: Wer einen Startenor für die Premiere buchen möchte, muss dies bereits Jahre im Voraus tun.

Wann das von Intendant Jürgen Flimm und Dirigent Daniel Barenboim geleitete Ensemble vom Provisorium im Schiller Theater in Berlin-Charlottenburg in sein Stammhaus in Berlin-Mitte zurückkehrt, soll erst im Frühjahr 2014 bekanntwerden.

Eine Webcam auf der Baustelle

Bis zum Winterbeginn soll die Staatsoper nun erst einmal mit ihrem neuen Dach ausgestattet werden. Alle zwei Tage wird ein neuer Stahlträger montiert. Durch die Anhebung der Saaldecke soll das Gesamtvolumen von 6500 auf 9000 Kubikmeter vergrößert werden. Die Akustik des Saals soll dadurch verbessert werden. An der Außenerscheinung der im Moment noch kopflosen Oper ändert sich durch die Baumaßnahmen nichts. Es wurde lediglich ein bisher ungenutzter Hohlraum unter dem Dach des Saals ausgenutzt.

Ein weiterer Bauschritt ist die Abdichtung des Untergeschosses im Bühnenhaus. Der Boden wurde mit Stahlblechen versehen, die das steigende Grundwasser abhalten sollen. Laut Architekt Joachim Munzig von HG Merz Architekten handele es sich bei der Staatsoper nun um ein Schiff, nur dass ein Haus drum herum gebaut sei. Neben der Wasserabsicherung spielt die unterirdische Verbindung des neu gebauten Probezentrums mit dem Bühnenturm eine besondere Rolle. Durch den Tunnel sollen Original-Kulissen bereits für Proben eingesetzt werden können. Die riesigen Bühnenteile können dann unproblematisch zwischen den beiden Gebäuden hin und her transportiert werden. Noch ist allerdings dort, wo später einmal der Tunnel entlangführen soll, eine große Baugrube.

Damit jeder den Fortschritt persönlich verfolgen kann, ist ab sofort eine Webcam installiert. Die Bilder sind auf der Website der Senatsverwaltung abzurufen.