„Tatort“ aus Berlin

Wie der RBB auf Dominic Raackes Absage reagiert

„Ich bin jetzt raus“, sagt Dominic Raacke, der im RBB-„Tatort“ als Kommissar Till Ritter gemeinsam mit Boris Aljinovic ermittelt. Damit kommt der Abschied schneller als gedacht.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Als der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) vor zehn Tagen das Aus für seine beiden „Tatort“-Kommissare Ritter und Stark alias Dominic Raacke und Boris Aljinovic verkündete, schien das – und das war durchaus überraschend – ganz im Einverständnis mit den Schauspielern zu geschehen.

Er könne „den Wunsch des RBB nach Veränderung nachvollziehen“, sagte Aljinovic und deutete an, er „hätte in des Senders Verantwortung vermutlich bald eine ähnliche Entscheidung getroffen“. Auch Raacke, der an diesem Tag noch im Urlaub war, ließ mitteilen, er fände die Entscheidung des Senders „gut und richtig“.

Zurück aus dem Urlaub klingt das allerdings etwas anders. Nun scheint Raacke, der seit 1999 beim Berliner „Tatort“ dabei ist und damit zwei Jahre länger als Aljinovic, auf Distanz zum RBB zu gehen. Der hatte verkündet, dass mindestens noch eine weitere Folge gedreht werden sollte, laut Raacke sogar noch zwei.

Daraus aber wird nichts werden: „Ich bin da jetzt raus“, sagte der 54-Jährige der Berliner Morgenpost (HIER das vollständige Interview). „Das ist vielleicht noch nicht so kommuniziert worden: Aber ich stehe ab sofort nicht mehr zur Verfügung.“

RBB hält an seinen Plänen fest

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hält indes an seinen Plänen für ein neues Tatort-Team aus Berlin fest. „Dominic Raacke steht nach eigener Aussage ab sofort nicht mehr für die Rolle als Kommissar Till Ritter zur Verfügung, was wir sehr bedauern“, heißt es in einer Mitteilung von Freitag. Es sei seine freie Entscheidung, die respektiert werde.

Die Redaktion werde nun an einem Konzept arbeiten, „wie ein letzter ‚Tatort‘ aus Berlin ohne Ritter, aber mit Boris Aljinovic als Kommissar Felix Stark aussehen könne, sagte Heiner Heller, Leiter des für den „Tatort“ zuständigen Programmbereichs „Neue Zeiten“.

Am Zeitplan ändere sich dadurch nichts: Im Frühjahr laufe die bereits abgedrehte Folge „Großer schwarzer Vogel' mit Ritter und Stark. 2014 will der RBB noch eine Folge drehen, 2015 starte dann ein neues Team aus Berlin. Die Entwicklung laufe und solle bis Jahresende abgeschlossen sein, so Heller.

Warum Raacke nicht mehr drehen will

Ist Raacke vielleicht doch verärgert? Rächt er sich jetzt auf seine Art? Nein, betont er, da sei überhaupt kein Groll: „Aber am Ende ein großer Vorhang und noch mal verbeugen – das ist nicht meine Art.“ Da er keinen Vertrag über mehrere Folgen unterschrieben hat, kann Raacke das selbst bestimmen.

Unklar ist noch, ob das nun das vorzeitige Aus beider Ermittler ist. Oder ob Boris Aljinovic seinen letzten Fall solo löst. So wie das jüngst Joachim Król nach dem überraschenden Ausscheiden von Nina Kunzendorf beim Frankfurter „Tatort“ getan hat.

Düpiert sein dürfte jedenfalls der RBB, der so großen Wert auf das Einvernehmen aller Beteiligten legte. Auch sonst spart Raacke nicht an Kritik: Zwischen Aljinovic und ihm habe es nie Freundschaft gegeben. Und es gebe auch viel zu viele Krimis im deutschen Fernsehen: „Ich hoffe, dass sich das ändert.“