Film

Daniel Brühl verrät, wie er langsam zu Niki Lauda wurde

Im Formel-1-Film „Rush“ schlüpfte der Filmstar in die Rolle des Rennfahrers. Damit feiert der Berliner zugleich seinen Hollywood-Einstand. Wie er die Rolle bekam und was Niki Lauda dazu sagt.

Foto: kde jhe sab / picture alliance / dpa / egoli Tossell Film

Berliner Morgenpost: Wie viele Autos stehen eigentlich bei Ihnen in der Garage?

Daniel Brühl: Keine Rennwagen. Aber okay, da stehen zwei Oldtimer, die hab ich schon sehr lange, einen Peugeot 304 Cabrio und einen Alpha Romeo Julia. Beide sehr langsam! Keine Formel-1-Autos.

Durften Sie eigentlich im Zuge der Dreharbeiten von „Rush“ selbst Formel-Eins-Wagen fahren?

Nee! Die wurden ganz panisch, wenn wir uns den Originalfahrzeugen auch nur genähert haben. Da waren tatsächlich welche darunter, die Niki und James Hunt selbst gefahren haben. Die durften dann nur Spezialfahrer benutzen. Einer hat aber trotzdem einen Wagen halb zersägt und war tränenüberströmt, das Heiligtum zerlegt zu haben. Die Leute am Set hatten fast mehr Angst um die Wagen als um uns. Wir durften immerhin Formel-3-Wagen fahren, die dann zu Formel-1-Autos umgebaut wurden. Das kommt dem Ganzen schon sehr nahe.

Und wie fühlt sich das an?

Ich habe schon lange vor dem Dreh Formel-3-Kurse gemacht, nur für mich. Um ein Gefühl zu kriegen. Schon nach der ersten Runde habe ich die Faszination daran verstanden. Das hat gar nichts mit dem normalen Autofahren zu tun. Das Geschwindigkeitsgefühl ist wesentlich höher, weil man so flach über dem Boden ist, weil man den Wind spürt und es unheimlich laut ist. Der ganze Wagen vibriert, der Körper auch, es riecht nach Benzin. Das macht schon Spaß, das muss man sagen.

Wirken sich die Erfahrungen im Rennwagen auch auf Ihr alltägliches Fahrverhalten im Berliner Straßenverkehr aus?

(lacht) Ja. Insofern, als ich jetzt tatsächlich weniger aggressiv in meinem Fahrverhalten bin. Ich habe gelernt, dass es Schwachsinn ist, auf der Autobahn zu heizen. Ich habe gelernt, wie schwer es ist, einen Wagen unter Kontrolle zu behalten, wenn was passiert. Als wir den ersten Test mit meinem Ferrari hatten, ist mir gleich ein Reifen abgeflogen und ich hab einen Spin gemacht. Die Geschwindigkeit war nicht so hoch, aber für zwei Sekunden war ich doch panisch. Da kriegt man einfach Respekt fürs Autofahren, vor allem fürs schnelle. Beim DTM-Rennen und in Le Mans wollte ich auch mal als Kopilot bei zwei professionellen Fahrern mit drinsitzen. Man merkt dann einfach: Was die Jungs da machen, ist abartig. Wie spät sie abbremsen, wie sie in die Kurve reingehen... Ich wurde da auch immer mutiger, bei meinem Formel-3-Kurs in Barcelona.

Was ist das Besondere bei Rennfahrern, sind das Reflexe, die Sortiertheit, die Genauigkeit in deren Kopf?

Wahrscheinlich alles. Weil du ja im Bruchteil einer Sekunde so wahnsinnig viele Entscheidungen treffen musst. Und das ist ja seit der Zeit, in der „Rush“ spielt, noch viel komplizierter geworden. Ich bin mit Niki zum Grand Prix nach Brasilien geflogen, er hat mir Fahrer vorgestellt und Nico Rosberg hat mir sein Lenkrad in die Hand gedrückt – da waren 50.000 Knöpfe drauf, und Du musst dann bei Hochgeschwindigkeiten auf tausend Sachen reagieren. Das ist so präzise und körperlich sowieso anstrengend durch die ganzen Gegenkräfte, im Nacken, vor allem aber für den Kopf, so dass du permanent unter Hochkonzentration stehst. Und bestimme Sachen einfach nur intuitiv spürst. Durch diese Spiegel siehst du ja nix, die sind eigentlich lächerlich. Die Fahrer sagen, dass sie dahin kommen, dass sie spüren, wie nah man an sie rankommt. Das ist wahrscheinlich ein Zusammenspiel von allen Sinnen. Aber das ist wohl nur zu erreichen, wenn du das permanent machst.

Wäre das was für Sie?

Auf keinen Fall. Das habe ich wirklich gelernt bei diesem Dreh: Dass ich kein guter Rennfahrer wäre.

Was war eigentlich Ihre Reaktion, als Sie hörten, Sie sollen Niki Lauda spielen?

Ich habe das anfangs eigentlich gleich absagen wollen. Das war zwar endlich einmal eine Figur, die so weit weg war von dem, was man selber ist, die nichts mit mir zu tun hatte. Aber ich rechnete mir null Chancen aus. Als ich dann hörte, Peter Morgan schreibt das Drehbuch und Ron Howard führt Regie, dachte ich, ich muss es wenigstens durchlesen… Ich bin dann aber relativ entspannt zum Casting. Weil für mich klar war, das wird sowieso nichts. Ich bin eh nicht der Richtige dafür, und nach zwei Wochen kriegst du den typischen Anruf: it was awesome, aber es geht an jemand anderen.

Hat das womöglich geholfen? Dass Sie sich keine Chancen ausgerechnet haben?

Ja, diese Entspanntheit war vielleicht genau richtig. Schon im ersten Gespräch merkte ich, dass Ron mich in Niki sah. Das ist bezeichnend: In Deutschland hätte mir das wieder niemand angeboten. Aber Ron war völlig unvoreingenommen. Und plötzlich dachte ich dann auch, das kann ich packen. Dann hat mich allerdings Peter Morgan gelinkt.

Gelinkt? Inwiefern?

Ich dachte, jetzt läuft’s grad gut, da habe ich mir schnell einen österreichischen Akzent erfunden. Ich hatte nichts vorbereitet, dachte aber, die Amis hören den Unterschied nicht. Von wegen. Peter Morgan ist mit einer Österreicherin zusammen, lebt schon seit Ewigkeiten in Wien und antwortete mir in poliertestem Wienerisch, dass mein Akzent großer Mist ist.

Sie wurden dennoch genommen.

Drei Tage später, wir waren gerade in Spanien auf der Landstraße, auf einer serpentinenreichen Strecke. Meine Freundin meckerte: „Überhol nicht ständig die LKWs, du bist kein Rennfahrer.“ Da kamen kurz hintereinander drei Anrufe. Drei Anrufe sind ein gutes Zeichen. So war’s dann auch. Ich habe mich riesig gefreut, hatte aber auch gleich Riesenschiss.

Was ist anstrengender: eine fiktive Figur zu spielen, die man sich selbst kreieren muss, oder eine reale spielen, mit der man dann ständig verglichen wird?

Die lebende, ganz klar. Du hast da eine riesige Verantwortung, du musst der Person ja gerecht werden. Auf der anderen Seite gibt es keine bessere Quelle als die lebende. Erst recht, wenn die dann auch noch bereit ist, dir dabei zu helfen. Ich habe ihn ja dann kennen lernen dürfen. Davor hatte ich ein wenig Angst. Er rief mich eines Tages ganz früh an, er steht ja schon morgens um fünf Uhr auf. Ich sah auf dem Display die +43, da wusste ich, das ist er jetzt. Er meinte dann nur (sagt es in perfektem Lauda-Österreichisch): Wir müssen uns jetzt kennen lernen. Kommst nach Wien, i hob alles organisiert. Bring nur Handgepäck mit. Falls wir uns Scheiße finden, kannst gleich wieder abhau’n.

Sehr charmant.

Dachte ich auch. Ich bin dann wirklich nur mit so einem Beutelchen nach Wien. Zum Glück musste ich dann Unterwäsche nachkaufen, weil wir uns doch gut verstanden haben. Er hat mich dann sogar spontan mit nach Brasilien genommen und flog den Jet selber. Am Ende hat er mich so gemocht, dass er mich auch Fahrern vorgestellt hat. Ich durfte kurz mit Sebastian Vettel und Nico Rosberg sprechen vor dem Rennen. Ich war da plötzlich in einer ganz anderen Welt. Das war großartig als Vorbereitung.

Was ist das eigentlich für ein Typ?

Er weiß schon, wie er wirkt. Und er spielt auch damit. Er kann sehr charmant sein, aber auch total ruppig. Damit ist er ja auch geschäftlich weit gekommen. Er ist gerade hinaus. Er verliert keine Zeit. Es gibt keine Floskeln, keine Heucheleien. Er ist schon ein sehr effizienter Mensch, der mit jeder Minute seines Lebens darüber nachdenkt, was er macht. Alles andere ist für ihn Zeitverschwendung. Er geht zum Beispiel beim Essen immer schon vor dem Dessert. Das interessiert ihn sowieso nicht, und die wichtigsten Gespräche, meint er, sind bis dahin immer schon gelaufen.Man muß sich also beeilen, wenn man mit ihm essen geht. Wir haben viel geredet. Vor allem über Ängste und wie man sie überwindet. Er ist ein Stehaufmännchen, er musste sich immer wieder erholen, nicht nur nach seinem Unfall, auch als Geschäftsmann mit seiner Fluggesellschaft. Wie man so kurz nach dem Unfall wieder ins Rennen steigt – das wäre für mich unvorstellbar. Und er hat schon zugegeben, dass es für ihn Momente gab, in denen er blockiert war und gezittert hat. Aber da hat er halt, sagte er, „seine Angst analysiert“, wie immer das geht, das habe ich bis heute nicht verstanden, und stieg wieder ins Auto. Das war vielleicht überhaupt der Angelpunkt, an dem wir uns getroffen haben.

Haben Sie denn Ängste?

Aber ja. Ich bin ein ängstlicher Mensch, in vielerlei Hinsicht. Ich bin Hypochonder. Ich hab ein mulmiges Gefühl bei Menschenmassen. Auch oft im Flieger oder auf der Autobahn. Und natürlich vor einer Rolle wie dieser. Am ersten Drehtag war ich wahnsinnig aufgeregt. Aber was Niki mir beigebracht hat: Pfeif auf die Meinung der anderen. Das habe ihm immer geholfen im Leben. Und das ist eine Lektion, die ich nicht nur für diesen Film, sondern, so hoffe ich, auch fürs Leben gelernt habe. Ich bin an frühere Filme viel aufgeregter rangegangen. Bei „Rush“ wusste ich von Anfang an: Wenn ich einen angstfreien Typen wie Niki Lauda spielen soll, dann darf ich keine Nervosität zeigen. Ich bin deshalb so stolz auf den Film, weil ich sehe, dass ich extrem Spaß hatte. Das sehe ich in jeder Szene, dass ich das voll genossen und mir nicht in die Hose gemacht habe.

Wie haben Sie sich Niki Lauda anverwandelt? Sie sind ja regelrecht mit ihm verschmolzen.

Wie er sich bewegt. Und wie er spricht. Diese Stimme. Dieses Stakkato-Artige. Und dieser Akzent. Ich habe dafür einen Monat in Wien mit einer Dialekt-Trainerin, Susi Stach, gearbeitet. Die hat mich echt gequält, dass ich diesen Akzent hinkriege, auch im Englischen. Und dann habe ich das geprobt. Ich war da in einem Hotel in Wien, wo die Wände sehr dünn waren. Ich glaube, die anderen Gäste haben sich schon gewundert, was mit mir los ist.

Wann war der Moment, als Sie dachten, jetzt habe ich ihn, jetzt bin ich Niki Lauda?

Beim Wort „Asshole“. Ein Wort, das er oft sagt. Sein Englisch ist ein sehr eigenes. Und wie er Asshole sagt, eben nicht mit scharfem Äss, sondern eher „Äschhol“, mit Betonung auf der zweiten Silbe.

Wie lange saßen Sie am Tag in der Maske?

So sechs, sieben Stunde. Die waren aber super. Marc Colier, der Chef dieser Abteilung, hatte gerade den Oscar für „Die eiserne Lady“ bekommen, für die Thatcher-Maske. Da wusste ich, ich bin in guten Händen. Das sind ja auch Freaks. Die gucken sich beim Frühstück Verbrennungen an und sind völlig begeistert. Der gute Chris wurde um neun abgeholt, während ich schon seit Stunden saß. Da Im Drehplan steht dann: James Hunt knutscht mit einer Krankenschwester. James Hunt macht Liebe im Flugzeug. Und Niki checkt die Reifen. Das sind schon harte Momente.

Auch ohne die Verbrennungen – macht das was mit einem, in der Maske zu sitzen?

Ja natürlich. Du bist automatisch ein anderer. Das zieht auch und spannt. Das ist ein unangenehmes Gefühl, was dann natürlich ins Spiel mi einfließt. Es ist auch sehr realistisch geworden. Der Kameramann Anthony Dod Mantle ging immer ganz nah ran. Da sind die Maskenleute echt ins Schwitzen geraten. Aber sie haben so gut gearbeitet, dass man das selbst bei den ganz nahen Aufnahmen nicht sieht.

Wie findet Lauda den fertigen Film?

Großartig. Hat er zumindest Peter Morgan gesagt. Für seine Verhältnisse muss er sich sehr begeistert geäußert haben. Es gab auch ein Extra-Screening mit der Formel-1-Welt am Nürburgring. Da rief mich Ron Howard sehr beseelt an. Da waren Bernie Ecclestone, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Vettel, und es gab wohl Standing Ovations. Das hat Ron sehr viel bedeutet. Dass die wahre Formel-1-Welt den Film auch für gut befindet.

Sie sagen, dass diese Rolle mal so gar nichts mit Ihnen zu tun hatte. Wie kam man dann auf Sie?

Keine Ahnung. Ganz am Anfang sollte mal Paul Greengrass den Film drehen. Und bei dem hatte ich mal einen ganz kurzen, also wirkliche einen Mini-Auftritt in „Das Bourne Ultimatum“. Er mochte mich sehr und sah mich in der Rolle. Deshalb war ich wohl schon im Gespräch. Ron hatte mich zumindest in der Liste.

Es waren sicher auch amerikanische Schauspieler im Gespräch?

Auch. Aber sie hatten schon einen Authentischen gesucht. Nun bin ich zwar kein Österreicher, aber der deutschsprachige Kulturraum ist schon mal näher. In letzter Zeit werden mehr Europäer in solche Stoffe miteinbezogen, solange sie passen. Das fand ich schon bei „Inglourious Basterds“ so genial, wie vehement Tarantino das betrieben hat. Ursprünglich sollte ja Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielen. Das war sehr mutig, dann einen bis dahin nicht so bekannten Österreicher namens Christoph Waltz zu nehmen. Bei dem „WikiLeaks“-Film war es ähnlich. Da waren auch andere, größere Stars im Gespräch.

Der Film handelt von der Erzrivalität zwischen Hunt und Lauda. Kennen Sie so etwas auch vom Film? Gibt es einen Schauspieler, mit dem Sie so eine Hassliebe am Laufen haben?

Na, da wäre ich jetzt schön doof, wenn ich das sagen würde. (lacht) Es gibt Leute, die man total respektiert, die aber zum Glück einen ganz anderen Weg einschlagen. Dadurch erübrigt sich das dann. Natürlich gibt es auch welche, mit denen man in einer Liga spielt, mit denen man mitunter auch befreundet ist. Und es kommt schon mal vor, dass man sich bei Castings über den Weg läuft und dieselben Filme angeboten bekommt. Bei den wirklich engen Freunden weiß man dann aber sowieso, wer für den Film besser wäre.

Messen Sie sich gern mit Leuten?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich kann schlecht verlieren. Schon wenn ich Tennis spiele, rege ich mich immer maßlos auf, wenn ich verliere, und zertrümmere dann auch schon mal den Schläger. Aber im Beruf brauch ich das nicht. Ich versuche das zu vermeiden.

Gab es eine Rolle, die Sie unbedingt haben wollten, die dann aber ein anderer bekommen hat?

Ja. Ganz am Anfang, bei „23“. Da war ich noch sehr jung. Die hat dann August Diehl bekommen, das tat weh. Aber völlig zu recht. Er war einfach einen Schritt weiter. Und auch viel besser für die Rolle, nicht nur für die im übrigen! Sonst eher selten. Oft ist es so, dass man einen Film sieht und dann froh ist, dass man doch nicht mitgespielt hat. Filme, die man unbedingt hat machen wollen, die dann aber nicht so geworden sind, wie man erhofft hat. Da hat man dann Glück gehabt.

Gibt es so ein Einsehen auch bei eigenen Filmen – wo Sie dann eben nicht Glück gehabt haben, weil Sie doch dabei geblieben sind?

Ja. Da werde ich jetzt aber natürlich auch nicht sagen, welche das sind.

Merkt man das schon bei den Dreharbeiten – oder kommt das böse Erwachen erst, wenn man den fertigen Film sieht?

Manchmal merkt man das schon, während man dreht. Aber es gab auch Zeiten, in denen es einfach nicht so viele Angebote gab. Das hat man dann also angenommen, auch wenn man die Problematik schon sah. Entweder war der Stoff interessant, aber die Rolle nicht; oder man ahnte, man kommt mit dem Regisseur nicht so klar oder mit den Kollegen. Und macht es halt trotzdem, weil man ja arbeiten möchte. Manchmal kann so was gutgehen, manchmal aber auch nicht. Aber es gibt ja auch nur ein paar ganz wenige, die immer nur das Beste vom Besten angeboten bekommen. Und zu denen gehöre ich nach wie vor nicht. Also gilt das Prinzip try and error.

Sie haben gerade auch „Inside WikiLeaks“ gedreht und außerdem mit Philipp Seymour Hoffman „ A most wanted man“. Sind Sie jetzt auf dem Absprung nach Hollywood? Gehen Sie dem deutschen Film verloren?

Nein, nein. „A most wanted man“ ist lange abgedreht, das war auch keine besonders aufregende Rolle. Das habe ich wirklich nur gemacht, weil Hoffmann einer meiner Top-3-Schauspieler ist und Anton Corbjn ein faszinierender Künstler. Ich habe gerade erst wieder in Deutschland gedreht, den neuen Film mit Wolfgang Becker, „Ich und Kaminski“. Ein Ritt, den wir schon lange vorhatten, der sehr intensiv war. Und auch ganz anders geworden ist als „Good Bye, Lenin!“ Es stimmt, ich habe in letzter Zeit vor allem in Spanien gedreht, weil mir hier nicht so spannende Rollen angeboten wurden. Wenn sich jetzt Chancen ergeben, in Amerika zu drehen, werde ich die natürlich schon ergreifen und wahrnehmen. Aber ich habe nicht den Druck oder den Ehrgeiz, Amerika erobern zu müssen. „Kaminski“ hat mir mal wieder gezeigt. Es ist egal wo man dreht, es ist wichtig, mit wem man dreht.

Hand aufs Herz: Machen Sie sich Oscar-Hoffnungen mit Ihrer Lauda-Leistung?

Oje, über so was denke ich gar nicht nach. Es ist rührend, wenn manche Leute mir so einen Floh ins Ohr setzen. Das spricht ja nur dafür, dass ich’s wohl ganz gut gemacht habe. Ich selber verdräng das aber komplett. a) bin ich abergläubisch und b) fände ich das völlig verfrüht und vermessen, darüber nachzudenken. Die Tatsache, dass ich das Glück hatte, bei zwei Filmen dabei zu sein, die sehr gut sind, ist Wahnsinn. Das ist einfach ein perfekter Aufschlag für diese andere Filmkultur da drüben.