Berliner Country-Rock

Warum The BossHoss auch inkognito stets erkannt werden

Alec Völkel und Sascha Vollmer sind die bekanntesten Mitglieder der Band „The BossHoss“. Am Freitag erscheint ihre neue Single „Do it“. Ein Gespräch über Cowboyhüte, Familie und hart erkämpfte Fans.

Foto: Universal

„Wir haben uns kennengelernt, als ich ein Kalb aus einem reißenden Fluss gerettet habe und er mir das Lasso dafür zugeworfen hat“, sagt Alec Völkel und lacht seinen Gegenüber, Sascha Vollmer an. An diesem Tag tragen sie beide keine Cowboy-Hüte und dass, obwohl diese eigentlich ihr Markenzeichen sind. Völkl und Vollmer sind ein wenig geschafft, kommen sie doch gerade von einem Konzert aus dem Schweizerischen Thun. Direkt vom Flughafen ging es gleich zum nächsten Interview-Termin. Ein Ende des Tages ist noch nicht in Sicht. „Wir sind inkognito unterwegs, deshalb keine Hüte“, erklärt Sascha Vollmer.

Nicht verstecken können sie jedoch die vielen Tattoos, die die beiden bekanntesten Mitglieder der deutschen Country-Rock-Band auf ihren Armen tragen. Auch die auffälligen Ringe mit dem Schriftzug „Boss“, getragen von Völkel, und „Hoss“, der von Vollmer getragen wird, verraten um wen es sich handelt. Inkognito funktioniert deshalb auch nur halb – und ja, eigentlich sei das auch gar nicht gewollt.

Seit zehn Jahren ist die Band „The BossHoss", die zunächst mit Cover-Songs bekannt geworden ist, bereits im Geschäft. Mittlerweile wird nicht mehr gecoverd sondern selbst geschrieben – der Look ist jedoch der geblieben. „Wir sind weniger eine Country-Band sondern eher eine Rockband, die mit Country-Sound bekannt geworden und ihrem Stil treu geblieben ist“, sagt Alec Völkl „Wir haben irgendwann gesagt: Wenn, dann richtig. Und dann muss man auch dem Klischee des Cowboys nachkommen und sich so kleiden.“ Eines stellen sie jedoch klar: Als Großstadt-Cowboys sind sie nicht auf Pferden sondern nur mit vielen Pferdestärken unterwegs.

Kollegen und beste Freunde

Ordentlich Pferdestärken und vor allem Energie und Stressresistenz brauchen Völkl und Vollmer derzeit allemal. Am Freitag kommt ihre neue Single „Do it“ auf den Markt, Mitte Oktober wird es eine neues Album – zu kaufen geben. Zudem ist die Band von Mitte Oktober bis Mitte November mit ihrer „Flames of Fame“-Tour unterwegs – für die beiden Band-Chefs Völkl und Vollmer, die beide Kindern haben, nicht immer einfach. „Die ganze Band ist eine große Familie. Zwar kann sie diese nicht in Wirklichkeit ersetzen, aber wir fühlen uns schon sehr wohl, wenn wir auf Tour sind“, sagt Vollmer. „Wenn wir in Berlin Konzerte geben sind unsere Familien und Kinder sehr oft mit dabei.“

Sowohl er als auch Völkl leben seit langer Zeit in Berlin. Vollmer, der eigentlich aus Heidenheim kommt, ist vor vielen Jahren nach Friedrichshain gezogen. Seitdem fühlt sich 41-Jährige als Berliner. Hier startete seine Karriere, hier lernte er seinen Band-Partner kennen. Heute bezeichnen sie sich als aller beste Freunde und harmonieren nicht nur auf der Bühne. Eine Tatsache, die Vollmer und Völkl immer wieder zu neuen Projekten antreibt.

Stolz auf Entdeckung Ivy Quainoo

Seit Herbst 2011 teilen sich die beiden Musiker einen Jury-Stuhl bei der Casting-Show „The Voice of Germany“. „Wir fragen uns eigentlich auch immer, wie wir das alles gleichzeitig durchhalten können“, geben die Berliner zu. „Wir machen unsere Musik, gleichzeitig finden Aufzeichnungen von „The Voice“ statt und dann gehen wir wieder auf Tour. Glücklicherweise sind wir schon viele Jahre lang dabei und wissen, wie wir mit positivem Stress umgehen können.“

Dies könnte nicht zuletzt daran liegen, dass sich die beiden Musiker gerne in ihrer Rolle als Juroren sehen. „Neben der eigenen Musik ist uns unser Mitwirken bei ,The Voice’ schon sehr wichtig. Es macht einen sehr stolz, wenn man Menschen entdeckt und ihnen ein Forum gibt, in dem sie ihr Potenzial entfalten können.“ Angst, sich ihre eigene Konkurrenz heran zu züchten, sehen die Musiker nicht. Im Gegenteil: Sie sind stolz, Musiker wie die Sängerin Ivy Quainoo entdeckt zu haben, der es mit dem Coaching von Völkl und Vollmer gelang, die Show zu gewinnen.

BossHoss mussten sich Fans hart erkämpfen

Sie selbst sind 2004 den traditionellen Weg angetreten, haben erst in kleinen Clubs gespielt. Es habe Zeit gebraucht, sich eigenständig den Bekanntheitsgrad zu erarbeiten, gibt Sascha Vollmer zu. „The BossHoss hat eine solche Plattform nie bekommen, sondern wir mussten uns jeden Fan hart erkämpfen. Heute sind wir stolz darauf.“ Band-Kollege Alec Völkl ergänzt: „Man sollte sich nicht verbiegen lassen, nie den Glauben an sich verlieren“, sagt der 41-Jährige. „Wenn man etwas macht, dann aus volle Herzen und mit Leidenschaft – dann wird es schon klappen.“ Und eins ist klar: Auch ihr Markenzeichen – die Cowboy-Hüte – werden einen maßgeblichen Beitrag am Erfolg geleistet haben.