Tour 2013

Depeche Mode bringt neues Album „Delta Machine“ nach Berlin

Seit mehr als drei Jahrzehnten stehen Depeche Mode auf der Bühne, ihre Songs vereinen Generationen. Im Sommer zieht die Synthie-Band wieder durch Deutschland. Station am Abend: Berliner Olympiastadion.

Foto: Marcel Bieri / AP

Depeche Mode und Berlin – das ist seit Jahren eine ganze besondere Beziehung. Bereits vor 30 Jahren nahm die Band in Berlin Songs auf und gaben Konzerte. Jetzt sind sie wieder in der Stadt.

Aber eigentlich waren sie das schon immer. Drei Platten sind hier entstanden. 1983 „Construction Time Again“,, 1984 „Some Great Reward“, 1986 „Black Celebration“. Sie haben hier geknutscht – Martin Gore in Netzoberteilen mit seiner Berliner Liebe Christina Friedrich, sie wohnten auch zusammen in der Heerstraße, gefeiert – Dschungel, Linientreu, Exilbar in Neukölln - und so scheint es uns heute - nebenbei Platten aufgenommen.

Am Freitag noch Bern vor 39.000 Menschen, ausverkauft war es nicht. Für 20 Franken soll es Tickets vor der Halle gegeben haben.

In Berlin gehen sie im Internet für mehr als 100 Euro weg. Natürlich ist Berlin ausverkauft. Berlin ist Depeche-Mode-Hauptstadt. Im November spielen sie noch einmal zwei Konzerte in der O2World in Friedrichshain. Im Olympiastadion haben sie am heutigen Abend um 20.30 Uhr die Bühne betreten.

Fans lassen sich Gesichter der Band auf den Oberkörper stechen

Drei Engländer ein bisschen über Fünfzig. Eigentlich unscheinbare Herren. Die Synthies machen sie auch 33 Jahre nach der Bandgründung zu Fast-Göttern, die immer noch verehrt werden, vor denen erwachsene Männer in Lederhosen und hautengen Shirts auf die Knie fallen. Einige mit Kajal, ganz viele aber sicher mit dem Bürstenschnitt wie früher. Fans lassen sich Gesichter der Band auf den Oberkörper stechen. Wahrscheinlich ist das wirklich so, dass jeder Berliner schon mal zu „Just Can't Get Enough“ getanzt hat.

Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher sind mit ihrer 13. Platte auf Tour. „Delta Machine“. Sie spielen wieder Blues. Natürlich einen elektronischen. Immer noch sind da Drum-Machines und Synthesizer. Wir hören Fieber in der Luft, aber eben auch Gitarren. Nach „Personal Jesus“, Johnny Cash hat es später auch gesungen, war es wieder Zeit für Elektro-Americana. „Heaven“ heißt der Song, der so nach den Staaten klingt. Aufgenommen wurde Delta Machine in Santa Barbara und New York City.

Die ersten sollen bereits vor dem Berliner Olympiastadion sein. Familien, drei Generationen, machen Picknicks in Westend. Über die Handys hören sie „A Question Of Time“ oder „Barrel Of A Gun“.

Selbst der Papst hat hier schon eine Messe gefeiert. Aber wenn Gahan von seinem „Personal Jesus“ singt, so grabestief, so sexy, so als ob er niemals älter als 27 wäre, dann kann man nur an Depeche Mode glauben.