Aggro Berlin

Bushido feiert Versöhnung mit seinem Feind Fler

Als kürzlich der bekanntermaßen schwulenfeindliche Reggae-Sänger Sizzla in der Kulturbrauerei auftreten wollte, bildeten sich große Proteste und das Konzert wurde schließlich abgesagt. Wenn der Berliner Rapper Bushido, nicht weniger umstritten, ein Konzert gibt, passiert dergleichen nicht. Wie zum Beispiel am Montag in Huxley’s Neuer Welt.

So sieht es also aus, wenn zwei böse Jungs sich wieder lieb haben. Am Ende umarmen sich Bushido und Fler sogar kurz. Beinahe zwei Stunden hatten sich die beiden Rapper im Club Huxleys Neue Welt in Berlin kaum eines Blickes gewürdigt. Bushido hatte die meiste Zeit das Wort, Fler beschränkte sich aufs Rappen und schwieg ansonsten. In Berlin begann am Montagabend die gemeinsame Tour der beiden Berliner Rap-Kollegen, die jahrelang zerstritten waren, sich in diesem Jahr versöhnt hatten und gemeinsam das Album „Carlo, Cokxxx, Nutten 2“ aufgenommen haben.

Ganz allein hielten es Bushido und Fler, die in dieser Formation unter dem Pseudonym Sonny Black und Frank White auftreten, auf der Bühne wohl nicht aus. Kay One, der bei Bushidos Label „ersguterjunge“ unter Vertrag steht, war als dritter Mann mit dabei. Zusammen animierten sie das zum größten Teil jugendliche Publikum, mitzurappen und die Arme in die Höhe zu strecken.

Zwischen den Liedern redete Bushido über Fußball, sein fortgeschrittenes Alter (31) und über die nächsten Stationen der Tour. Erst am Ende des Konzerts nahm er Stellung zur Versöhnung mit Fler, über die er sehr froh sei.

Fler und Bushido, die beide beim Hip-Hop-Label „Aggro Berlin“ unter Vertrag standen und dort groß wurden, hatten sich zerstritten, als Bushido 2004 das Label verließ. Es folgte eine Serie von gegenseitigen Beschimpfungen. Als Fler in diesem Jahr seine Zusammenarbeit mit Aggro Berlin beendete, kam es zur Versöhnung.

Die beiden Rapper sind höchst umstritten. Bushidos Texte hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zum Teil auf den Index gesetzt. Der 31-Jährige präsentiert mit Vorliebe frauen- und schwulenfeindliche sowie gewaltverherrlichende Inhalte. Der 27- jährige Fler musste sich dagegen in der Vergangenheit mit Vorwürfen, er sympathisiere mit rechtsradikalen Einstellungen, auseinandersetzen.

Um Bushido war es in der jüngsten Zeit etwas ruhiger geworden. Der Berliner, dessen Karriere von Bernd Eichinger auf die Leinwand gebracht wird, hatte sich in einer Villa in Berlin-Lichterfelde eingerichtet und gab in Interviews zu: „Privat bin ich ein Spießer“.

2008 nahm er mit Schlagersänger Karel Gott das Lied „Für immer jung“ auf. Auch am Montagabend stand das Stück auf der Liste. „Bitte könnt ihr das noch mal alle singen, das Video davon bringe ich Karel Gott mit, der freut sich riesig“, rief Bushido ins Publikum.

Nachdem Bushido sich während des Konzerts immer wieder über Fler lustig gemacht hatte, wurden beide beim letzten Stück „Zukunft Pt. 2“ dann beinahe sentimental. In dem Lied arbeiten sie ihren Streit auf und zelebrieren ihre Wiedervereinigung. „Wir wollten Geld, Macht, berühmt sein um jeden Preis“, heißt es darin. Ein Plan, der bei beiden funktioniert hat. Die „Sonny Black & Frank White – CCN2 Tour

2009“ geht bis zum 22. Dezember. Sie führt Bushido und Fler in 13 weitere Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Tourdaten im Bushido-Forum