Die Alte Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel hat vier seit dem Zweiten Weltkrieg verschollene Gemälde zurückerhalten. Die Werke seien unabhängig voneinander im Kunsthandel aus Privatbesitz angeboten und als Eigentum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) identifiziert worden, sagte SPK-Präsident Hermann Parzinger. Das bedeutendste der vier Werke sei Carl Blechens „Weg nach Castel Gandolfo“ aus dem Jahr 1830. Es wurde nach seiner Rückkehr zunächst restauriert und soll ab Januar 2010 wieder ständig in der Alten Nationalgalerie zu sehen sein.

Das Blechen-Gemälde sei beim Wiederauffinden stark vergilbt gewesen, sagte Kuratorin Birgit Verwiebe. Jetzt sei auch wieder der von Blechen verwendete violette Schatten in seiner ursprünglichen Weise zu erkennen. Zudem wurde der originale Rahmen des Bildes restauriert.

Bei den drei anderen Werken handelt es sich um „Waldinneres (Fontainebleau)“ (1874) von Virgilio Narcisse Díaz de la Peña, „Brücke über einen Fluss mit Bäumen und Figuren“ (1853) von Charles Hoguet und „Kinder vor der Haustüre“ (1852) von Friedrich Eduard Meyerheim. Diese sollen ebenfalls in die Sammlung der Alten Nationalgalerie integriert werden.

Die vier Gemälde gehören der Stiftung zufolge zu den Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin, die während des Zweiten Weltkriegs zum Schutz ausgelagert worden waren und seitdem als Verluste galten. Diese zu dokumentieren oder aufzuspüren, war im geteilten Berlin nicht möglich, weil auch die Sammlungen getrennt waren und keine Seite über die vollständigen Inventare verfügte. Es handele sich in diesen Fällen aber nicht um sogenannte Beutekunst. Vielmehr seien diese Werke vermutlich von Privatpersonen entwendet worden.

Hermann Parzinger, Präsident der Preußen-Stiftung, dankte den rückgabewilligen vorigen Besitzern und den Vertretern des Kunsthandels. Diese hätten „in vorbildlicher Weise“ Provenienzrecherche (Herkunftsforschung) betrieben.

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