„Mr. Frida“? In der Stadt scherzt man darüber, ob Gereon Sievernich (61), Chef des Martin-Gropius-Baus, vielleicht künftig diesen Spitznamen bekommt. Dann ginge es ihm ähnlich wie dem umtriebigen Kulturanwalt Peter Raue, der seit dem Riesenerfolg des New Yorker Museums of Modern Art in der Nationalgalerie den kecken Titel „Mr. MoMA“ trägt – durchaus mit Imagegewinn.
Um das Kreuzberger Ausstellungshaus zieht sich seit Wochen die Schlange bis zur Stresemannstraße hinunter – am Montagabend wird nicht nur die publikumsstarke Frida-Kahlo-Schau schließen, sondern ebenso die Ausstellung „Innen Stadt Außen“ von Olafur Eliasson, einem der erfolgreichsten Gegenwartskünstler. Sievernichs Bilanz kann sich tatsächlich sehen lassen: mit weit über 200.000 Besuchern bei Frida und 140000 Gästen bei Eliasson. Seit neun Jahren leitet er den Gropius-Bau – seitdem mausert sich das Haus zu einer der besten Kunstadressen Berlins: Frida Kahlo ist die erfolgreichste Einzelausstellung in dessen Geschichte. Bereits 1982 richtete Sievernich eine kleine Auswahl mit 20 Bildern der mexikanischen Ausnahmekünstlerin im Haus am Waldsee ein: „Das war die erste Präsentation in Deutschland und der Beginn des Frida-Hypes.“
GW.


