Eine Ikone hält Hof im Museum: Die Frida-Kahlo-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau entpuppt sich bereits fünf Tage nach der Eröffnung zum Publikumsrenner. Bis zu einer Stunde mussten Kunstinteressierte warten, bis ihnen Einlass in die Retrospektive auf die mexikanische Künstlerin gewährt wurde. Die Schlange wand sich zeitweise bis zur Stresemannstraße.
Nicht gänzlich überrascht, aber äußerst zufrieden zeigt sich Kuratorin Helga Prignitz-Poda: „Frida Kahlo bricht immer Rekorde, aber wir freuen uns unglaublich über diese Resonanz“, so die Ausstellungsmacherin. Der Erfolg ist hart erarbeitet. Drei Jahre hatte es gedauert, um die insgesamt 150 Werke dieser in Deutschland bisher größten Kahlo-Ausstellung nach Berlin zu holen. Viele der Gemälde und Zeichnungen stammen aus Privatbesitz, einzelne mussten zunächst mit detektivischem Spürsinn ausfindig gemacht werden. In Berlin würdigten schon in den ersten drei Tagen rund 7000 Besucher diesen Einsatz. Prominentester Gast war am Montag der mexikanische Staatspräsident Felipe Calderon, der in Begleitung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit durch die Ausstellung flanierte.
Etwas entspannt hatte sich die Lage vor den Kassen. Rund zwanzig Minuten hatte Dorothee Kocher gewartet, bis sie vor der Tür zum ersten Ausstellungssaal ankam. „Ich hätte aber noch eine ganze Menge mehr in Kauf genommen“, gestand die 49-jährige Stuttgarterin, die extra für Frida Kahlo nach Berlin gekommen war. Erst ab heute werden zu der Ausstellung auch Führungen angeboten: Wegen der Störungen im Flugverkehr waren die Bilder erst so spät in Berlin eingetroffen, dass eine Einweisung der Führer nicht mehr rechtzeitig möglich gewesen sei, sagte Prignitz-Poda.
Zu sehen ist das Werk Frida Kahlos noch bis zum 9. August. Ebenfalls bis zu diesem Termin und im Gropius-Bau läuft außerdem eine spektakuläre Schau des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson. 18 000 Besucher lockte der Eventkünstler in den ersten fünf Tagen in die Niederkirchner Straße. 11 000 waren allein am ersten, eintrittsfreien Tag gekommen.
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