Die Ferien sind vorbei, da müssten die Filmverleiher eigentlich alle mit großen neuen Filmen locken. Aber außer dem herausragenden Filmdrama „Vaterland“, das in Cannes ausgezeichnet wurde, traut sich die Konkurrenz kaum. Und schickt nur kleine Produktionen ins Rennen. Nicht jede davon kann überzeugen. Unser Überblick auf die neue Kinowche:

  • „Vaterland“

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Eine hochemotionale Geschichte, mit strenger Bildkomposition: „Vaterland“ erzählt vom ersten Besuch Thomas Manns in Deutschland nach seiner Emigration. Und wie diese überschattet wird vom Selbstmord seines ältesten Sohnes Klaus. Da trifft Geistesgröße auf Weltgeschichte auf persönliche Tragik. Ein starkes, fiktionalisiertes Drehbuch, eine grandiose Bildgestaltung und überragende Schauspieler, allen voran Hanns Zischler als Thomas Mann und Sandra Hüller als seine Tochter Erika. Unser Filmtipp der Woche.

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Für Sandra Hüller ist dies, kaum zu glauben, der fünfte von sechs Filmen in diesem Jahr. Und in jedem ist sie anders zu erleben. Wir haben mit ihr in Cannes über diesen Film gesprochen.

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  • „That‘s Why The Lady Is A Champ“

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Nach den Serien „White Lotus“ und „Euphoria“ wird Sydney Sweeney als das etwas andere Sex-Idol der Gen Z gefeiert. Ein Image, mit dem sie hadert. Deshalb wirft sie nun diesen Film buchstäblich in den Ring: ein Biopic um Christy Martin, die dem Frauenboxen zur Anerkennung verholfen hat und bis heute einen Rekord hält. Aber, was nur wenige wissen, damit auch einen Selbsthass kompensierte. Müsste eigentlich großes Oscar-Futter sein, ging aber in den amerikanischen Kinos ziemlich unter. Und wird vielleicht auch deshalb jetzt mal so weggestartet.

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  • „Wer weiß schon, was ein Leben ist?“

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Dafür gibt es aber eine Entdeckung über eine andere, auf ihre Art starke Frau: ein Doku-Drama über Paula Modersohn-Becker, die nur 31 Jahre alt wurde, aber ihrer Zeit weit voraus war. Dieser Film ist kein Biopic, sondern eine radikale Annäherung. Bei der Katharina Stark zwar in die historischen Kleider der Malerin schlüpft, aber dann auch wieder in der Gegenwart zu sehen ist, wo sie sich der Künstlerin annähert. Ein fließendes Kontinuum zwischen Faktizität, Essay und Fantasie, dem man einige Schwächen nachsehen kann.

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  • „Das gewisse Etwas“

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Inklusionskomödien sind voll im Trend. Das Kino hat gelernt, Minderheiten mitzunehmen. Indem man nicht über, sondern mit ihnen lacht. Dieser Film von Marc Rothemund jedoch geht voll nach hinten los. Zwei Kleinganoven tauchen auf der Flucht vor Polizisten in einem Reisebus voller Menschen mit Beeinträchtigung unter. Und der Ältere von beiden zwingt den Jüngeren, einfach so zu tun „wie die“. Max von der Groeben tut das fortan. Das soll komisch sein, ist aber nur peinlich. Ein Film zum Fremdschämen. Wir raten ab.

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  • „Diamanti“

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Den türkisch-italienischen Regisseur Ferzan Özpetek kennt man hierzulande vor allem für sein fast 30 Jahre altes Schwulendrama „Hamam“. Sein jüngster Film ist eine Liebeserklärung ans Kino, und an Frauen, die alles dafür tun, um es groß zu machen. Unsichtbar bleibende Schneiderinnen nämlich, die in einem großen Atelier Filmkostüme entwerfen. Und deren höchst unterschiedliche Schicksale hier selbst Film werden. Das ist manchmal fast zu viel, zuweilen grob zusammengestrickt, aber immer interessant. Und mit Liebe angefertigt.

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  • „Ghost School“

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Die Schulferien sind vorbei. Manchen Schüler mag das betrüben. Dabei sollte man sich freuen, dass man sich bilden kann. Das ist nicht überall gegeben. Etwa in Afghanistan, wo vor allem jungen Mädchen der Bildungszugang mehr als erschwert wird. Eine junge afghanische Filmemacherin macht mit diesem mutigen Debüt auf das Dilemma aufmerksam. Und erzählt von einem kleinen Mädchen, das sich nicht damit abfinden will, dass ihre Schule nur eine Ghost School ist, eine Einrichtung, die nur auf dem Papier existiert.

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Und das sagen die Filmkritiker:

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BMO_Filmspiegel_0309_ba.jpg© bm infografik | Babette Ackermann Reiche

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