Die kostenlosen Zeitfenstertickets für die zweiwöchige Pop-up-Galerie im Schloss Bellevue sind ab sofort auf der Internetseite der Akademie der Künste buchbar. Vom 13. bis 28. Juni wird die Ausstellung „Freiraum Kunst“ mit Werken und Beiträgen von Akademie-Mitgliedern wie Peter Badel, Rosa Barba, Carola Bauckholt, Alexandra Bircken, Jürgen Böttcher, Monica Bonvicini, Ann Cotten, Ayşe Erkmen, Jochen Gerz, Katharina Grosse, Hanna Hartman, Bjørn Melhus, Boris Mikhailov, Karin Sander, Matthias Sauerbruch, Hanns Schimansky, Gregor Schneider, Chiyoko Szlavnics, Wolfgang Tillmans und Manos Tsangaris stattfinden. Damit wird der Amtssitz des Bundespräsidenten zu einem temporären Ort der Künste. Die Akademie bezeichnet es als Höhepunkt ihres diesjährigen Programms.
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Möglich wird die Pop-up-Ausstellung, weil das Schloss Bellevue vor seiner Sanierung geräumt werden muss und der Bundespräsident die für kurze Zeit freien Räume der Kunst zur Verfügung stellt. Denn während der umfangreichen Sanierung, die im Sommer 2026 beginnt, bleibt das Schloss komplett geschlossen. Das Gebäude selbst soll jetzt zu einem Exponat werden. Etwas Ähnliches ist seit 25 Jahren bei Daniel Libeskinds Neubau des Jüdischen Museums zu beobachten, das bei vielen Besuchern gerade auch wegen des Gebäudes Neugier weckt. Schloss Bellevue ist seit 1994 der erste Amtssitz des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Das 1786 im Berliner Tiergarten errichtete klassizistische Gebäude gehört zu den ältesten erhaltenen Schlossbauten der Stadt.
Künstler und Akademie hinterfragen politische Symbolik
In seinem geräumten Zustand träte das Schloss Bellevue als historischer, politischer und symbolischer Raum in Erscheinung, heißt es in der Akademie-Mitteilung. Auf diesen Kontext sollen die künstlerischen Beiträge eingehen. Sie können sich an ihm reiben, seine Bedeutung verschieben und neue Lesarten eröffnen. „Das Schloss Bellevue ist als Sitz des Staatsoberhauptes ein Symbol unserer liberalen Demokratie – und damit kein neutraler Ausstellungsraum“, heißt es: „Die künstlerischen Arbeiten werden bewusst in ein spannungsvolles Verhältnis zu dem Ort gesetzt, der für liberale, demokratische Repräsentation und politische Symbolik steht.“ Die 1696 gegründete Akademie, der aktuell rund 400 internationale Künstlerinnen und Künstler angehören, versteht sich auch Politik-Berater.

Die Gesamtkuration der Ausstellung liegt bei Anh-Linh Ngo, Vizepräsident der Akademie der Künste, und Cécile Wajsbrot, Stellvertretende Direktorin der Sektion Literatur. Das „Büro der öffentlichen Sache“, kuratiert von Akademie-Präsident Manos Tsangaris, ist ein künstlerisch-diskursives Format, das zu einem offenen und analogen Austausch über die Bedingungen demokratischer Öffentlichkeit und des gesellschaftlichen Miteinanders einlädt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Schirmherrschaft übernommen. BM
Schloss Bellevue, Spreeweg 1, Tiergarten. Vom 13. bis 28.6. von 10–19 Uhr. Anmeldung auf ww.adk.de



