Bassdrum. Feuer. Ein Knall – und da ist er: Post Malone. Mit einem gestreiften Hemd, Cowboygürtel, Stiefeln, einer Kappe und einem Drink in der Hand betritt er die Bühne der ausverkauften Parkbühne Wuhlheide. Kaum hat er den ersten Song „Texas Tea“ angestimmt, fliegt schon das erste Bier in die Menge. Tattoos glänzen im Scheinwerferlicht, die Hüften schwingen im Takt, die Stimme ist rau und kratzig, als er „Berlin!“ ins Mikro brüllt. Nach drei Minuten: das erste Feuerwerk. Der Abend ist eröffnet.

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Die Hauptstadt empfängt den Amerikaner mit klatschenden Händen und weit geöffneten Kehlen. Immer wieder schreit er heiser „Berlin!“ zurück, als müsste er sich selbst vergewissern, dass er wirklich hier ist. Sein rauer, kratziger Ton trägt durch die Arena, in der man die Hitze der Pyro auch auf den Rängen spürt.

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Post Malone ist derzeit mit seiner „Big Ass World Tour“ unterwegs, die ihn quer durch Europa führt. Doch gerade einmal drei Konzerte spielt der US-amerikanische Megastar in Deutschland – Berlin macht an diesem Montagabend (18. August) den Auftakt. Umso größer ist die Vorfreude in der Parkbühne Wuhlheide, die mit 17.000 Menschen bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Post Malone in der Wuhlheide: „Habt ihr alle einen guten Abend?“

Nach dem explosiven Auftakt wird es zunächst vertrauter: Bei „Better Now“ klatscht die Menge synchron im Beat, eine Welle aus Händen bewegt sich hin und her. Und dann wieder diese Kontraste, die so typisch sind für Post Malone. Er wirft sich auf den Boden, singt voller Emotionen, bevor er lachend aufspringt und dem Publikum zuruft: „Habt ihr alle einen guten Abend?“

„Der nächste Song ist traurig“, sagt er, „ich habe ihn geschrieben, als ich mich sehr allein gefühlt habe. Vielleicht kennt ihr das auch.“ Dann setzt er zu „I Fall Apart“ an – die Arena hüllt sich in Handylichter, eine glitzernde Kuppel aus Taschenlampen.

Es ist diese Fähigkeit, Traurigkeit tanzbar zu machen, die Post Malone unverwechselbar macht. In Songs wie „Circles“ singt er verletzlich über das Loslassen – „I got a feeling that it‘s time to let go“ – und doch tanzen die Menschen dazu, als wären die Sorgen für einen Moment leichter.

Post Malone holt Jelly Roll auf die Bühne

Doch der Abend in der Wuhlheide gehört nicht ihm allein. Mitten im Set kündigt er seinen Freund und Tourkollegen Jelly Roll an. „Er bedeutet mir die Welt“, sagt Post Malone, „er hat mir beigebracht, ein besserer Musiker und ein besserer Mensch zu sein.“ Der US-amerikanische Sänger und Rapper Jelly Roll kommt auf die Bühne, das Publikum jubelt. Die beiden umarmen sich, bevor sie gemeinsam „Losers“ performen.

Jelly Roll erzählt sichtlich bewegt, dass er nicht nur das erste Mal in Deutschland, sondern überhaupt das erste Mal in Europa – ja, sogar das erste Mal außerhalb Amerikas – ist. Das Publikum jubelt, während Post Malone ergänzt: „Dieses Lied geht an alle, die sich jemals alleine gefühlt haben, auch in einem vollen Raum, und die glauben, ihre Träume sind unerreichbar. Egal, was ihr in diesem Leben machen wollt – kick some ass und macht es auf eure Art.“ Spätestens jetzt liegt Gänsehaut über der Parkbühne.

Konzert in der Wuhlheide: Post Malone rührt mit Song für Tochter

Inmitten all der Explosionen, Bierduschen und Moshpit-Momente gönnt sich Malone ruhige, fast intime Passagen. Besonders bei „Feeling Whitney“, einem seiner frühen Songs, nur mit Gitarre, Kippe im Mund, die Arena still, bis auf die tausenden Stimmen, die jede Zeile mitsingen. Noch näher geht „Yours“, ein Song, den Post Malone für seine Tochter geschrieben hat. Er singt von Liebe, Vertrauen und dem Loslassen, mit Zeilen wie: „He might be your better half / Yeah, but she‘s my everything / We‘ll both love her forever / But I loved her long before / And one day I know I‘ll give her away / Buddy, that don‘t mean she‘s yours.“ Die Botschaft ist klar: Egal, welchen Weg sie geht, er wird immer an ihrer Seite sein – ein Moment, der die Parkbühne still werden lässt.

Doch lange bleibt es nicht ruhig. Später packt er eine härtere Version von „Psycho“ aus, fast wie ein Ausflug zurück zu seiner Highschool-Metal-Vergangenheit – mit Screams, schweren Gitarrenakkorden und wildem Headbanging. Auch „Candy Paint“ wird härter, treibender, als wolle er dem Publikum zeigen, dass er mehr als Hip-Hop und Pop kann.

Country-Album erschien vor einem Jahr

Dass er mehr ist, hat er längst bewiesen. Post Malone – bürgerlich Austin Richard Post, 30 Jahre alt, aufgewachsen in New York und später in Texas – hat sich vom viralen Überraschungserfolg „White Iverson“ über sein Debütalbum Stoney (2016) bis zu den internationalen Charts gespielt. Mit „Congratulations“ landete er einen der größten Hits seiner Generation. Heute ist er ein Musiker, der Grenzen verschwimmen lässt: Rap, Rock, Pop, Country, Metal – alles kann Teil seines Kosmos werden. Sein aktuelles Album F-1 Trillion erschien 2024 und steht auch in Deutschland hoch in den Charts.

Gegen Ende dieses Berliner Abends greift er noch einmal in die Kiste voller Klassiker. „Rockstar“ und dann als letzter Song „Congratulations“. Noch einmal lodert Feuerwerk über der Parkbühne. Post Malone schreit: „Ohne euch wäre ich nichts!“, und verschwindet nicht einfach hinter der Bühne. Stattdessen läuft er bestimmt zehn Minuten lang durchs Publikum, drückt Hände, verteilt Umarmungen, lässt die Leute nicht los. Es fühlt sich an wie das Ende eines großartigen Films: Der Abspann läuft, aber niemand will den Saal verlassen.

Post Malone: „Keep being awesome“

Als er schließlich wieder auf die Bühne zurückkehrt, ist es dunkel geworden. Ein letztes Mal richtet er sich ans Publikum. „Keep being awesome“, sagt er rau und müde und glücklich. Dann ist er weg. Zurück bleibt eine verschwitzte, erschöpfte, aber euphorische Parkbühne.