Liebe Leserinnen und Leser,
bei mir jagt gerade ein spannendes Buch das nächste. Gerade habe ich „Unter weitem Himmel“ von Berit Glanz (Piper Verlag) beendet, eine in Vergangenheit und Gegenwart spielende Geschichte aus Island, in der man das Knarzen der Schiffsplanken förmlich hören kann. Der Roman erscheint Ende August und ist unbedingt lesenswert. Weitere Lesetipps finden Sie hier. Und die Höhepunkte des Wochenendes habe ich unten zusammengefasst. Viel Spaß damit!
Ihr Felix Müller
Ressortleiter Kultur der Berliner Morgenpost
P.S.: Ich bin jetzt mal kurz im Urlaub. Der nächste Newsletter kommt am 4. September (Spoiler: Berlin Art Week). Bis dahin!
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Im Freien

Die großartige Theaterleiterin und Kuratorin Nele Hertling, die vergangenes Jahr ihren 90. Geburtstag feierte, hat 1988 das Festival „Tanz im August“ gegründet, und es ist so lebendig wie eh und je. Auch dieses Jahr kommen wieder Kompanien aus der ganzen Welt in der Stadt zusammen, um die Schönheit des bewegten Körpers zu feiern. Seit zehn Jahren gehört auch der „Outbox Me Battle“ dazu, bei dem Tänzerinnen und Tänzer verschiedener Stile gegeneinander antreten und gemeinsam improvisieren. Eine Jury entscheidet, wer jeweils eine Runde weiterkommt und im Finale den Hauptgewinn absahnt – ein großer Spaß, der am Sonntag um 16 Uhr startet (Tempelhofer Feld, Haupteingang Oderstraße Ost, alle Informationen hier).
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Auf der Bühne

Roland Kaiser, der Schlagergigant im Dreiteiler, der „Gentleman seiner Zunft“, wie unsere Kritikerin 2024 schrieb – er wird auch dieses Jahr wieder mit „Santa Maria“ und „Ich glaub, es geht schon wieder los“ die Herzen seiner Fans zum Schmelzen bringen. 90 Millionen Tonträger hat der inzwischen 73-Jährige verkauft, seit mehr als 50 Jahren steht er auf den Bühne. „Die Open Airs“ heißt seine aktuelle Tournee so sinnig wie einleuchtend, am Samstag macht sie in der Waldbühne Station (Einlass 17.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr, Tickets gibt es hier).
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Im Kino

Haben darauf alle gewartet? Weiß man nicht so genau. Aber der Vorgänger, die Klamotte „Der Schuh des Manitu“, war immerhin einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Nun also „Das Kanu des Manitu“. Für die Jüngeren: Das ist eine Genreparodie auf Karl-May-Filme und Italo-Western mit lustigen Absichten. Leider ist sie „zu woke, um wirklich lustig zu sein“, schreibt unser Kritiker.
Außerdem neu im Lichtspielhaus Ihrer Wahl:
- Eine Pflegemutter zeigt ihre Schattenseiten – das ist eine etwas verharmlosende Zusammenfassung des Schreckens, den die australischen Brüder Daniel und Michael Philippou in „Bring Her Back“ verdichten. Der 17-jährige Andy (Billy Barrat) und seine fast blinde Halbschwester Piper (Sara Wong) werden von Laura (Sally Hawkins) aufgenommen, doch nichts ist hier so freundlich, wie es scheint. Unser Kritiker hat einen nervenzerfetzenden, „erfrischend unironischen“ Horrorfilm gesehen, „der nachhaltig verstört“.

- Ein umwerfender Einblick in den Taliban-Staat Afghanistan ist dem ägyptischen Regisseur Ibrahim Nash‘at mit seinem Dokumentarfilm „Hollywoodgate“ gelungen. Er zeigt, wie ehemals von Amerikanern kontrollierte Militäreinrichtungen von ihren siegreichen Kriegsgegner übernommen werden, fängt nebenbei Gespräche über Kriegsabsichten und Plaudereien über die „Dekadenz des Westens“ ein – näher kann man den neuen Machthabern nicht kommen.
- Vier Menschen reisen in die Normandie, weil sie im Namen ihrer Erbengemeinschaft entscheiden sollen, ob ihr Landhaus an eine Supermarktkette verkauft werden soll – aber dabei bleibt es nicht. In Cédric Klapischs Tragikomödie „Die Farben der Zeit“ wird parallel auch die Geschichte von Adèle erzählt, die um 1900 mal in diesem Haus gelebt hat. Unserer Kritikerin hat der Film gefallen.
- Weniger eine filmische Erzählung als vielmehr ein immersives Erlebnis ist „Sirāt“ von Óliver Laxe. Es beginnt mit Ravern in der Wüste und entwickelt sich dann in Richtung Endzeitsszenario, bis die Handlung plötzlich in eine ganz andere Richtung driftet. Der Film gewann in Cannes zusammen mit Mascha Schilinskis „In die Welt schauen“ den Preis der Jury. Hier lesen Sie ein Interview mit dem Regisseur – und die Kritik unseres Filmredakteurs Peter Zander finden Sie hier.
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Zum Staunen

Die Berlinische Galerie präsentiert mit der Ausstellung „Inszeniertes Selbst“ die Welt der Fotografin Marta Astfalck-Vietz. In ihren Arbeiten aus den 1920er-Jahren umkreiste sie experimentierfreudig die Frage, wie so etwas wie Identität eigentlich zustande kommt. Neben eindrucksvollen Fotografien sind auch großformatige Blumenaquarelle zu sehen – sehr vielseitig war sie also auch. Am Samstag um 15 Uhr gibt es eine Sonderführung durch die Ausstellung (Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, Kreuzberg, geöffnet Mi.-Mo. 10-18 Uhr, weitere Informationen hier).

Gleichzeitig feiert das Bröhan-Museum den 100. Geburtstag des brasilianisch-deutschen Künstlers Almir Mavignier mit einer beeindruckenden Ausstellung. Mavignier, ein Meister der Geometrie, hat das Plakatdesign in Deutschland maßgeblich geprägt und verbindet in seinen Arbeiten Kunst und Design auf einzigartige Weise. Die Ausstellung „Kunst ist Design!“ zeigt rund 80 Exponate und bietet einen spannenden Einblick in seine kreative Welt (Bröhan-Museum, Schlossstr. 1a, Charlottenburg, Di.-So. 11-18 Uhr, weitere Informationen hier).
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Zum Hören

„Roll das Fass rein“, „Leider geil“ und „Bück dich hoch“: Die Hamburger Band Deichkind surft seit Jahren mit durchgeknallten Tracks und angenehm sonderbaren Kostümen auf den obersten Wellenkämmen der Popkultur. Nicht weiter erstaunlich, dass sich ein Seelenverwandter wie Lars Eidinger vor Begeisterung kleine Maiskolben in die Nasenlöcher steckt („Richtig Gutes Zeug“). Nach einem großartigen Berliner Konzert im vergangenen Jahr und der Single „Könnt ihr noch?“ läuft jetzt die Tour mit dem Motto „Könnt ihr nochmal?“ – am Samstag, wieder in der Wuhlheide, 20 Uhr, Infos zu den Tickets gibt es hier.
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Für Familien

„Wer schmeißt denn denn da mit Lehm? Der sollte sich was schäm‘“, sang die große Claire Waldoff anno dunnemals. In der famosen Lehmwerkstatt im Britzer Garten gibt‘s gar keinen Grund für Schamgefühle, sondern jede Menge Spaß. Ab Samstag (10-15.30 Uhr) können dort täglich Skulpturen geformt werden (Sangerhauser Weg 1, Neukölln, alle Informationen hier).
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Ausflug

Mein Lieblingskollege Jörg Krauthöfer ist in unserer Redaktion der Experte für alle Outdoor-Fragen. Seit Jahrzehnten ist er in Berlin und Umland unterwegs, er kennt fast jede Weggabelung, jeden lauschigen See und jedes Gasthaus. In seiner regelmäßigen Rubrik „Der Hauptstadt-Wanderer“ gibt er wöchentlich neue Tipps für Ausflüge und Kurzurlaube. Hier können Sie etwa das wilde Wuhletal mit ihm entdecken.
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Lesetipp
Zum Schluss noch ein Tipp für ein ruhiges Wochenende auf dem Sofa: Textchefin Birgitta Stauber präsentiert Ihnen mit ihrem Newsletter „Das Beste am Sonntag“ Reportagen, Porträts und Interviews abseits der klassischen Politik. Spannend, unterhaltsam, nah am Menschen. Hier können Sie den Newsletter kostenlos bestellen.


