In der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“, die die Berliner Morgenpost gemeinsam mit dem Zoo Palast an jedem ersten Dienstag im Monat veranstaltet, konnten wir am vergangenen Dienstag einen echten Weltstar präsentieren: Jürgen Prochnow stellte da noch mal einen 50 Jahre alten Krimifilm vor.

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„Einer von uns beiden“ aus dem Jahr 1974 , was nicht nur seine erste große Kinorolle war, sondern auch das Kinodebüt des späteren Hollywood-Regisseurs. Es sei aufregend, noch mal einen so alten Film zu sehen. Aber er wisse ja, dass der Film gut gealtert ist, ließ Prochnow gleich verlauten.

Eine Entscheidung, die Jürgen Prochnow nie bereut hat

Der Schauspieler hatte Petersen durch die „Tatort“-Filmreihe kennengelernt. Der Regisseur drehte damals die Kieler Folgen mit Klaus Schwarzkopf als Kommissar Finke. Und der war in derselben Schauspielagentur wie Prochnow und hatte diesen an Petersen empfohlen.

„Ich war damals Theaterschauspieler und konnte mit Film gar nichts anfangen“; gibt der heute 84-Jährige zu. „Ich war bei Dreharbeiten absolut unerfahren und musste alles noch mal neu lernen.“ Eigentlich wollte er auch gar nicht zum Film. „Weil man da immer nur warten musste, bis man dran war.“

Fotoarchiv
Prochnow (r.) mit Klaus Schwarzkopf in „Einer von uns beiden“.© Deutsche Kinemathek | Beta Film

Aber Petersen sei von Anfang an ein Regisseur gewesen, der seine Schauspieler gut geführt und ein Vertrauen zu ihnen aufgebaut habe. Das hat Prochnow von Anfang an imponiert. Als Petersen ihn dann für sein Kinodebüt angefragt hatte, bei dem auch Schwarzkopf wieder mitspielte, wollte Prochnow diesmal unbedingt dabei sein. Er stand aber im Theater Bochum noch unter Vertrag, bei Peter Zadek, der ihm nicht freigeben wolte. Weshalb Prochnow sein Engagement kündigte.

„Das Boot“ - Ein Film, der gleich zwei Weltkarrieren startete

Eine Entscheidung, die er wohl nie bereut hat. Denn mit Petersen sollte er künftig eng zusammenarbeiten. In dem Schwulendrama „Die Konsequenz“, das 1978 zum Skandal im deutschen Fernsehen wurde, aber schwulenpolitisch viel bewegt hat.

Und dann natürlich mit dem U-Boot-Drama „Das Boot“, das beiden, dem Regisseur wie dem Schauspieler, eine Weltkarriere ebnete. „Ich musste drüben nicht von ganz unten anfangen“, meint Prochnow heute, „nach dem ,Boot’ war ich gleich ganz oben.“

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Über Jahrzehnte war er ein vielgefragter Schauspieler in Hollywood, 2017 ist er dann abe rin seine Geburtsstadt Berlin zurückgekehrt. War es Heimweh? Oder war es Donald Trump, der damals schon Präsident war? Nein, etwas ganz anderes. „Es war die Liebe“, sagt er. Und zeigt nur nach oben, wo seine Frau in Reihe Zwei sitzt.

Im nächsten Monat wird unsere Filmreihe zehn Jahre alt. Zu diesem Anlass zeigen wir am 5. August einen echten Klassiker: „Eine auswärtige Affäre“, ein Billy-Wilder-Film mit Marlene Dietrich, gedreht 1948 im Nachkriegs-Berlin. Zu Gast ist dann Tricia Tuttle, die neue Berlinale-Chefin. Und eine Amerikanerin in Berlin.