In der Woche nach Ostern gibt es mal wieder die tollsten Gegensätze im Kino. Actionfans kommen genauso auf ihre Kosten wie die Anhänger von Arthouse-Dramen. Und ein süßer Pinguin stiehlt allen die Schau. Die Neustarts im Überblick:
- „Klandestin“
Ein illegaler Flüchtling aus Marokko soll ausgerechnet bei einer rechten Politikerin versteckt werden, die Europa vor Migranten abschotten will. Schon vor acht Jahren erhielt Angelina Maccarone einen Deutschen Filmpreis für das beste nicht-verfilmte Drehbuch. Nun hat sie es realisiert. Ein wichtiges Thema, das mal nicht politisch, sondern ganz persönlich erzählt wird. Mit einer ausgeklügelten Narrationstechnik.
Auch interessant
- „The Accountant 2“
Ben Affleck als Autist, der nicht nur ein Faible für Zahlen hat, sondern auch ein Killer ist: Das war vor neun Jahren ein Überraschungshit im Kino. Nun gibt es mit „The Accountant 2“ eine Fortsetzung. Und zwei Accountants: Denn der Autist hat noch einen Bruder (gespielt von John Bernthal), der im selben bleihaltigen Gewerbe tätig ist. Waffen- und Blutsbrüder also.
Auch interessant
- „Toxic“
Einmal auf dem Laufsteg stehen, im Scheinwerferlicht, und damit große Karriere machen. Davon träumen viele weltweit. Auch dank Formaten wie „Germany‘s Next Topmodel“. Die Realität sieht aber meist anders aus. Das zeigt der Litauer Saulė Bliuvaitė in seinem Film, der schon den programmatischen Titel „Toxic“ trägt. Und den Schönheitswahn der Modebranche in kunstvollen Bildern geißelt. Bei den Filmfestspielen in Locarno gab es dafür den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden.
Auch interessant
- „Der Pinguin meines Lebens“
Steve Coogan ist ein Meister in der Darstellung mürrischer Unsympathen. Das beweist er einmal mehr als ungeliebter Englischlehrer, den es ausgerechnet während der Militärdiktatur nach Argentinien verschlägt. Und der einen seltsamen Freund gewinnt, der erst sein Herz erobert und dann auch das seiner Schüler: ein Pinguin. Dieser Pinguin stiehlt im Film allen die Schau. Selbst Coogan. Und das muss einem auch erst mal gelingen.
Auch interessant
- „Mein Weg - 780 km zu mir“
Man möchte meinen, es gebe fast schon so viele Pilgerfilme wie Pilger. Und auch der Jakobsweg ist cineastisch schon weithin ausgeschlachtet. Der Australier Bill Bennett weiß dem aber doch noch ein paar neue Aspekte abzugewinnen. Er ist selbst den Jakobsweg gegangen, hat darüber ein Buch geschrieben und es nun verfilmt. Halb Doku, halb Komödie. Ohne Pathos oder Belehrungen, aber mit schönen Landschaftsaufnahmen und feinem Humor.
Auch interessant
- „Quiet Life“
„Resignationssyndrom“ – so wird ein katatonischer Zustand beschrieben, der oft bei Kindern von geflüchteten Familien diagnostiziert wird. Der griechische Regisseur Alexandros Avranas hat einen Film über die erschreckende Auswirkung des existenziellen Drucks gemacht, der auf betroffenen Familien lastet. Verbindet es aber mit einer Satire auf den schwedischen Versorgungsstaat. Das geht nicht immer auf.
Auch interessant
Und das sagen die Filmkritiker:

Weiterhin im Kino:
- Das erste Kapitel von Dag Johan Haugeruds Trilogie: „Oslo Stories: Liebe“
- Eine Backpfeife mit bitteren Folgen: „Was Marielle weiß“
- So hat man Krieg im Kino noch nie erlebt: „Warfare“
- Die Vampire bitten um Einlass: „Blood & Sinners“ mit Michael B. Jordan
- So schrecklich leben Flüchtlinge im Containerdorf: „Xoftex“
- Der Feind wohnt in deinem Mobiltelefon: der Thriller „Drop“









