„Martin Luther King – Ein Traum verändert die Welt“ heißt ein Chormusical, das am Samstag, den 22. März für eine einzige Vorstellung nach Berlin in die Uber Arena kommt. Das Musical mit der sanften, spirituellen Botschaft wurde von folgenden Trägern initiiert: Der Stiftung Creative Kirche aus Witten in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg, dem Chorverband Berlin, der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden).

Donnerstag
Der Wochenend-Newsletter der Berliner Morgenpost
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter mit Tipps zum Wochenende in Berlin
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Laut der Berliner Musical-Sängerin Kathleen Bauer, die ebenfalls mit von der Partie ist, kann man das Musical jedoch auch ohne Kirchenzugehörigkeit oder als Agnostiker genießen. Die Musik ist ein Mix aus Gospel, Pop, Soul und Motown. Mit Ausnahme der Songs „Go Down Moses“, „I got Shoes“ und dem zentralen Song „We Shall Overcome“ sind die Texte auf Deutsch. Denn das Musical erzählt nicht nur die tragische Lebensgeschichte des berühmten Menschenrechts-Aktivisten und Predigers Martin Luther King, der 1964 ein einziges Mal nach Berlin kam, bevor er 1968 bei einem Attentat in Memphis erschossen wurde. Sondern es „transportiert auch klare Botschaften“, wie Hanjo Krämer erklärt. „King hatte den Traum, dass alle Menschen eines Tages in Frieden, im Sinne Gottes nebeneinander leben ohne Hass ohne Gewalt.“
Krämer ist einer von drei Dirigenten, die den gigantisch großen „Megachor“ koordinieren, der aus vielen Projektchören aus ganz Deutschland besteht, die sich zunächst eigenständig einarbeiten und selbstständig proben. Am Samstag, den 22. März werden dann alle erstmals gemeinsam bei der Generalprobe aufeinandertreffen. „Eine gigantische logistische Aufgabe“, resümiert der Berliner. Der 45-Jährige ist Gemeindepädagoge in Schönefeld und Großziethen und leitet den Unchained Gospel Choir, der regelmäßig in Tempelhof probt. „Aber ich kann es gar nicht abwarten, bis es soweit ist!“, sagt er voller Vorfreude. „Ich hoffe, dieser Event ist der Auftakt zu vielen solcher tollen Veranstaltungen.“

Warum das Musical auch heute noch wichtig ist, auch in Berlin? Krämer ist sicher: „Wir haben das Thema Rassismus noch lange nicht überwunden.“ Auch Martin Luther King-Darsteller Gino Emnes berichtet: „Rassismus ist ein Bestandteil meines Alltags. Ich bin ein farbiger Mann in einer weißen Gesellschaft.“ Dabei findet Emnes: „Ob es Sexualität, Farbe oder Behinderung ist, wir sollten unsere Differenzen feiern.“ Er hoffe, dass die Leute nach der Show nach Hause gehen und versuchen aus der Geschichte zu lernen.
Martin Luther King in Berlin – Sohn einer Zeitzeugin singt im Musical mit

„Für Jesus gibt es keinen Osten und keinen Westen. Menschen können keine Grenzen setzen“, hatte Martin Luther King 1964 in Berlins Marienkirche gesagt. Worte, die sich tief in das Gedächtnis der Zeitzeugin Hannelore Weist einbrannten. Die Rentnerin, heute 84, war damals erst 24 Jahre alt gewesen. Kings Menschlichkeit und sein Idealismus haben Hannelore Weist nachhaltig geprägt. 26 Jahre lang arbeitete sie ehrenamtlich als Telefon-Seelsorgerin. Ihrer Familie in Bautzen erzählte sie regelmäßig von der kurzen, aber prägenden Begegnung. Das besondere: Hannelore Weists Sohn Christian wird beim Musical über Martin Luther King mitsingen. Christian Weist: „Ich habe mich spontan dazu entschieden und mir die Tenor-Stimme kurzerhand selbst beigebracht mit einer CD. Zwei Monate habe ich geübt und mir danach auch die Texte beigebracht“, verriet Christian Weist der Morgenpost.

Als Martin Luther King 1964 auf Einladung von Willy Brandt Berlin besuchte, war das in vielerlei Hinsicht ein historisches Ereignis: Zum einen hielt King eine Ansprache auf den 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, dessen Ermittlungsakten Donald Trump jetzt frei geben will. Nach einer Predigt vor 20.000 Menschen in der West-Berliner Waldbühne reiste King dann überraschend auch in den Ostteil der Stadt und predigte in der überfüllten Marienkirche und in der Sophienkirche. Zudem besuchte King kurz die mit Stacheldraht und Panzersperren gesicherte „Todeszone“ am Potsdamer Platz.
Das Konzertereignis in der Uber Arena

Wenn am 22. März in der Uber Arena rund 2.600 Sängerinnen und Sänger aus Berlin und ganz Deutschland ihre Stimme erheben, wollen sie ein gigantisches Zeichen für mehr Miteinander, für soziale Gerechtigkeit und gegen Rassismus setzen. „Ein stimmgewaltiges Monument für die zeitlose Aktualität von Kings Traum“ verspricht der Veranstalter. Noch sind Tickets für das Konzert-Ereignis in der Uber Arena, in die 11.000 Menschen passen, in allen Kategorien verfügbar.

Im Mega-Chor singen alle gemeinsam – Hobbysängerinnen oder -sänger, Musikbegeisterte, Chöre, Familien und Freunde. Ein Casting gibt es nicht – Kirchenzugehörigkeit oder Notenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Die Musik der Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken und die Texte von Librettist Andreas Malessa illustrieren eine Zeit des Umbruchs und der sozialen Verwerfungen. 2019 feierte das Chormusical in Essen Uraufführung. In diesem Jahr geht das Musical „Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt“ ein letztes Mal auf Tournee. In der Berliner Uber-Arena findet das erste Konzert dieser Art und das vorletzte der ganzen Tournee statt (letzte zwei Konzerte am 29.3. in Chemnitz).
„Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt. Das Chormusical“, Samstag, 22. März, 19 Uhr, Einlass 17 Uhr. Tickets direkt über die Uber Arena oder Eventim ab 32,40 Euro. Transparenzhinweis: Die Berliner Morgenpost ist Medienpartner des Events.





