US-Filmstar Gene Hackman ist tot. Wie US-Medien berichten, wurden der 95-jährige Oscar-Preisträger und seine Frau Betsy Arakawa (63) am Mittwochnachmittag in ihrem Anwesen in Santa Fé aufgefunden – noch sind viele Fragen zur Todesursache ungeklärt.

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In der Öffentlichkeit hatte man ihn lange nicht mehr gesehen. Eines der letzten Fotos, das man von ihm findet, ist fünf Jahre alt, es stammt aus einer Fahrrad-Zeitschrift und zeigt einen drahtigen Herrn mit Jeans und Baseballkappe beim Kauf eines E-Bikes in seiner Heimatstadt Santa Fé. Oft gesehen wurde er darauf nicht, denn die Nachbarn seines Anwesens in einem Vorort berichteten, dass er sich mit seiner Frau vollends zurückgezogen hatte.

Gene Hackman bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte 2003.
Gene Hackman bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte 2003.© dpa | Hubert Boesl

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Die kleine Geste wirkte stärker als die große Geste

Vermutlich hat Filmemacher Alan Parker ihm vor 25 Jahren mal eins der größten Komplimente gemacht. „Jeder Regisseur hat eine Liste mit Lieblingsschauspielern“, sagte der Brite damals, „Gene Hackman stand auf jeder.“

Ob man ihn noch einmal auf der Leinwand sehen werde, hatte ein Reporter Hackman 2014 am Telefon gefragt, es hatte nichts von der anbiedernden Höflichkeit, mit der man sich die Sympathien seines Gesprächspartners erkaufen möchte. Denn wäre er noch einmal vor die Kamera getreten, hätte er den vielen, die seine Schauspielkunst schätzen, einen Wunsch erfüllt. Diese Kunst, alles so unangestrengt, so einfach und normal aussehen zu lassen, dieser kontrollierte Minimalismus im Spiel im Wissen, dass die kleine Geste stärker wirkt als die große Pose – wer hat das in Hollywood je besser beherrscht als dieser Eugene Alan Hackman?

Gene Hackman mit seinem Oscar, den er als Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in dem Film „French Connection - Brennpunkt Brooklyn“ 1972 überreicht bekam. Neben ihm seine Schauspielkollegin Jane Fonda, die für ihre Rolle in dem Drama „Klute“ als beste Hauptdarstellerin die begehrte Oscar-Statuette bekam.
Gene Hackman mit seinem Oscar, den er als Bester Hauptdarsteller für seine Rolle in dem Film „French Connection - Brennpunkt Brooklyn“ 1972 überreicht bekam. Neben ihm seine Schauspielkollegin Jane Fonda, die für ihre Rolle in dem Drama „Klute“ als beste Hauptdarstellerin die begehrte Oscar-Statuette bekam. © dpa | UPI

Gene Hackman: Nach fast 90 Filmen war Schluss

Aber nach fast 90 Filmen, zwei Oscars für „French Connection“ und „Erbarmungslos“ (als Bester Nebendarsteller) und vier Golden Globes war 2004 Schluss für ihn. Man müsse zu viele Kompromisse machen, sagte er damals in der Talkshow des legendären Larry King. Er wolle den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen, fügte er hinzu und verabschiedete sich leise mit der Komödie „Willkommen in Mooseport“ aus dem Filmgeschäft. Er malte und schrieb ein paar Romane.

Hackmans Gesicht mit der wuchtigen Nase und dem entspannten Lächeln des Erfahrenen, ein Gesicht, das Härte und Entschlossenheit, aber auch Zweifel und Ohnmacht spiegeln kann, ein Gesicht, das nie jung war, hat das neue US-Kino der 70er-, 80er- und 90er-Jahre so stark geprägt wie kaum ein zweites. Sein Repertoire war universell, er beherrschte Alphatiere und Jedermänner, Präsidenten und Polizisten. Oft vertraute man ihm Schurken an, die ihre Macht missbrauchen. Nie spreizte er sich dabei wie all die Nicholsons und Pacinos, drängte sein Ego in den Blickpunkt, sondern verschrieb sich stets der Rolle.

Gene Hackman mit Robin Williams (l.) und Michael Caine, nachdem er den Cecile B. DeMille Award bei den Golden Globes 2003 bekommen hatte.
Gene Hackman mit Robin Williams (l.) und Michael Caine, nachdem er den Cecile B. DeMille Award bei den Golden Globes 2003 bekommen hatte.© AFP | HECTOR MATA

„Popeye“ Doyle machte ihn zum Star

Sein unvergessener Auftritt als straßenköteriger Drogenfahnder Jimmy „Popeye“ Doyle, mit dem er in „French Connection“ eine brillante Charakterstudie ablieferte, machte ihn 1971 endgültig zum Star. Wer diesen Doyle dabei beobachtet, wie er seine nervöse Energie kaum im Zaum halten kann, sah das schauspielerische Potenzial, das in Hackman steckte. Dabei hielten Lehrer ihn und seinen Kumpel Dustin Hoffman an der Schauspielschule in Pasadena 1958 für die Kandidaten mit den geringsten Erfolgsaussichten.

Dass drei seiner besten Filme in der Folge die Anerkennung versagt blieb, darunter Coppolas Meisterstück „Der Dialog“ (1974), in dem er als Abhörspezialist Opfer seiner eigenen Technik wird, hat Hackman für eine Weile zum Absahner werden lassen: Er drehte im Akkord, darunter Filme, die seine Mitwirkung nie verdient hätten, ihm aber üppige Gagen sicherten – besonders üppige als Supermans Gegenspieler Lex Luthor.

Mit „Mississippi Burning“ feierte er eine triumphale Rückkehr

Mit Alan Parkers schmerzhaftem Rassismusdrama „Mississippi Burning“ (1988) und Clint Eastwoods bitterbösen Spätwestern „Erbarmungslos“ (1992) kehrte Hackman im Herbst seiner Karriere zum Qualitätskino und in die erste Reihe zurück. Er sammelte verdiente Auszeichnungen, darunter auch einen Silbernen Bären bei der Berlinale 1989.

Diese Prominenten sind 2025 gestorben

Mit nur 35 Jahren ist Tatiana Schlossberg, Umweltaktivistin und Enkelin von John F. Kennedy, gestorben.
Mit nur 35 Jahren ist Tatiana Schlossberg, Umweltaktivistin und Enkelin von John F. Kennedy, am 30. Dezember 2025 gestorben. © imago images / ZUMA Press | Sonia Moskowitz
Die französische Film-Ikone Brigitte Bardot ist tot. Die frühere Schauspielerin starb am 28. Dezmeber 2025 im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez.
Die französische Film-Ikone Brigitte Bardot ist tot. Die frühere Schauspielerin starb am 28. Dezmeber 2025 im Alter von 91 Jahren in Saint-Tropez.© AFP/dpa | Valery Hache
Uwe Kockisch
Schauspieler Uwe Kockisch am Set zur zweiten Staffel der ARD-Serie "Weissensee". Der als Commissario Brunetti der gleichnamigen ARD-Krimiserie bekannt gewordene Schauspieler Uwe Kockisch ist tot. Er starb am 23.12.2024 im Alter von 81 Jahren in Madrid.© Bernd Settnik/dpa | Bernd Settnik
Walter Schultheiß
Der Schauspieler Walter Schultheiß starb am 22. Dezember 2025 mit 101 Jahren.© SWR/Schwabenlandfilm/Sabine Hackenberg | SWR - Südwestrundfunk
Rosa von Praunheim wird 80
Der Regisseur Rosa von Praunheim starb am Mittwoch, 17. Dezember, in Berlin. Wenige Tage nachdem er seinen langjährigen Lebensgefährten Oliver Sechting geheiratet hatte.© picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
Regisseur Rob Reiner
Hollywood-Regisseur Rob Reiner und seine Frau Michele sind am Sonntag, den 14. Dezember, tot in ihrem Haus aufgefunden worden. Ihr gemeinsamer Sohn Nick Reiner wurde als Tatverdächtiger festgenommen.© Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dp | Rodrigo Reyes Marin
Ingrid van Bergen
Ingrid van Bergen starb im Alter von 94 Jahren in ihrem Zuhause in Niedersachsen. Sie sei friedlich eingeschlafen, sagte eine Vertraute.© Philipp Schulze/dpa | Philipp Schulze
Jimmy Cliff singt.
Der jamaikanische Reggae-Pionier Jimmy Cliff starb im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.© Wong Maye-E/AP/dpa | Wong Maye-E
Der deutsche Schauspieler Udo Kier ist im Alter von 81 Jahren gestorben.
Der deutsche Schauspieler Udo Kier ist im Alter von 81 Jahren gestorben.© Ralf Hirschberger/dpa | Ralf Hirschberger
Die Kessler-Zwillinge Alice und Ellen sind im Alter von 89 Jahren gestorben.
Die Kessler-Zwillinge Alice und Ellen sind im Alter von 89 Jahren gestorben.© Jörg Carstensen/dpa | Jörg Carstensen
Matthias Holtmann
SWR-Moderator Matthias Holtmann ist im Alter von 75 Jahren gestorben.© SWR/Tom Oettle | SWR - Südwestrundfunk
Der Schauspieler und Musiker Björn Andrésen (“Tod in Venedig“) starb vor dem 27. Oktober mit 70 Jahren.
Der Schauspieler und Musiker Björn Andrésen (“Tod in Venedig“) starb vor dem 27. Oktober mit 70 Jahren.© picture alliance / TT NYHETSBYR?N | Fredrik Sandberg/TT | picture alliance / TT NYHETSBYR?N | Fredrik Sandberg/TT
Die Schauspielerin June Lockhart ist am 23. Oktober 2025 im Alter von 100 Jahren gestorben.
Die Schauspielerin June Lockhart ist am 23. Oktober 2025 im Alter von 100 Jahren gestorben.© IMAGO | Everett Collection
Der frühere Gitarrist und Mitgründer der US-Band Kiss, Ace Frehley, ist Mitte Oktober im Alter von 74 Jahren gestorben.
Der frühere Gitarrist und Mitgründer der US-Band Kiss, Ace Frehley, ist Mitte Oktober im Alter von 74 Jahren gestorben.© Richard Drew/AP/dpa | Richard Drew
Menschen 83, Jack White
Der Musiker Jack White wurde am 16. Oktober 2025 tot in seinem Haus in Berlin gefunden. Er wurde 85 Jahre alt.© imago images/teutopress | via www.imago-images.de
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Am 11. Oktober verstarb US-Schauspielerin Diane Keaton an den Folgen einer Lungenentzündung.© Chris Pizzello/Invision/AP/dpa | Chris Pizzello
"Goldene Feder" verliehen - Franz Josef Wagner
Der langjährige „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner starb im Alter von 82 Jahren.© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache
Der Sohn der Musiklegenden Tina und Ike Turner ist in Los Angeles an Nierenversagen gestorben.
Der Sohn der Musiklegenden Tina und Ike Turner ist in Los Angeles an Nierenversagen gestorben.© Imago/UPI | IMAGO
Renowned primatologist Jane Goodall dies at 91: institute
Die berühmte Primatenforscherin Jane Goodall ist im Alter von 91 Jahren gestorben.© AFP | JOEL SAGET
Der Schauspieler Horst Janson, der als Freund von Tiffy und Samson in der „Sesamstraße“ zum Idol einer ganzen Kindergeneration wurde, stirbt am 28. Januar 2025 im Alter von 89 Jahren.
Der Schauspieler Horst Janson, der als Freund von Tiffy und Samson in der „Sesamstraße“ zum Idol einer ganzen Kindergeneration wurde, stirbt am 28. Januar 2025 im Alter von 89 Jahren.© dpa | Horst Ossinger
Der italienische Fotograf Oliviero Toscani, berühmt für seine Benetton-Werbemotive, stirbt am 13. Januar 2025 im Alter von 82 Jahren.
Der italienische Fotograf Oliviero Toscani, berühmt für seine Benetton-Werbemotive, stirbt am 13. Januar 2025 im Alter von 82 Jahren.© dpa | Daniel Bockwoldt

Seine letzte große Filmszene – im Gerichtskrimi „Das Urteil“ (2003) – bewies noch einmal, welch schmerzlicher Verlust sein viel zu früher Abgang fürs Kino bedeutete: ein messerscharfes Rededuell zwischen zwei Anwälten (der andere ist Dustin Hoffman) auf einer Gerichtstoilette über die verkommene Moral einer Welt, in der das Recht zur Ware verkommt. Fünf Minuten, die man jedem Schauspieler als Anschauungsunterricht servieren müsste.

Es mache ihn nervös, sich auf der Leinwand zu betrachten, hat Gene Hackman einmal vor Jahren in einem Interview erzählt. „Alles, was ich sehe, sind das Doppelkinn, die Tränensäcke unter den Augen und der schüttere Haaransatz.“ Er habe sich seine Filme deshalb nicht angesehen.

Schade. Er hat so viel verpasst.