Höfisches Geplänkel, düdeliges Flötenspiel und staubige Perücken: „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“ stellt den deutschen Philosophen aufs filmische Podest, um ihn einmal ausgiebig zu durchleuchten. Der neue Film des jetzt 92-jährigen Regisseurs Edgar Reitz (“Heimat“) läuft auf der 75. Berlinale als Berlinale Special.
Berlinale 2025: Lars Eidinger als exzentrischer Maler mit viel Witz
Königin Charlotte (Antonia Bill) wünscht sich ein Bildnis ihres alten Lehrers, Gottfried Wilhelm Leibniz (Edgar Selge), weil sie ihn so vermisst. Schwierig, denn zwischen dem Maler Delalandre (Lars Eidinger) und dem Philosophen entbrennt schnell ein rhetorischer Streit um die Porträtmalerei, ob sie nun den wahren Charakter eines Menschen festhalten könne oder nicht. Der exzentrische Maler hält den debattierfreudigen Leibniz nicht lange aus, letztlich übernimmt Aaltje Van de Meer (Aenne Schwarz) die ehrenvolle Aufgabe des Porträtierens.
Nach dem komödiantisch gelungenen Einstieg in die Geschichte geht es jedoch ernsthafter zu: Es folgen eindringliche Dialoge über das Leben und die Kunst, Religion und die Seele – während das Bildnis langsam fertiggestellt wird. Auch Leibniz‘ Erfindungen, sein Arbeitsethos, seine intellektuellen Erfolge und karrieretechnischen Misserfolge werden nicht ausgespart. Die Handlung plätschert dabei vor sich hin, die Unterhaltungen fühlen sich mal organisch, teils aber auch gestelzt an – was mitunter an der archaisch anmutenden Sprache liegen mag.
Termine: 20.2, 19 Uhr, Cubix; 21.2, 16 Uhr, Akademie der Künste; 22.2, 21.30 Uhr, Colosseum


