„Das ist ja n‘ geiler Pokal“ – diesen Satz hat man im Roten Rathaus bis jetzt vermutlich noch nie gehört. Aber schließlich darf sich auch nicht jeden Tag eine Gruppe von jungen Erwachsenen in das Gästebuch von Berlin eintragen und bekommt noch eine Trophäe obendrauf. Umso größer war deswegen die Freude von Comedian Felix Lobrecht, dem Autor von „Sonne und Beton“, und dessen Filmteam als ihnen am Mittwoch diese Ehre zuteil wurde.
„Sonne und Beton“ als „sehr wichtiger Film für Berlin“
„Ich möchte damit heute zum Ausdruck bringen, dass euer Film sehr, sehr wichtig für Berlin ist“, begrüßte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) im Säulensaal des Roten Rathauses das Filmteam von „Sonne und Beton“. In dem gleichnamigen Buch erzählt Felix Lobrecht autobiografisch inspiriert eine Geschichte mitten aus der sozialen Realität der Häuserblocks in der Gropiusstadt im Jahr 2003. Jetzt wurde das Buch über einer Welt, in der Gewalt den Alltag prägt, von David Wnendt verfilmt und feierte am vergangenen Sonnabend auf der Berlinale seine Premiere.
Im Roten Rathaus erklärte Giffey, wieso der Film und alle Mitwirkenden eine besondere Auszeichnung verdienen: „Ich glaube, der Film gibt nicht nur Aufschluss darüber, was es eigentlich bedeutet, in sozialer Armut zu leben und wie es ist, wenn zu viele Menschen auf zu engem Raum zusammenwohnen. Sondern er gibt vor allem auch eines: Hoffnung. Hoffnung darauf, dass man es trotzdem irgendwie hinbekommt“.
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Giffey betonte außerdem, dass die Geschichte, obwohl sie vor 20 Jahren spielt, „extrem aktuell“ sei. „Die sozialen Probleme sind da und man darf die Augen davor nicht verschließen“. Aus diesem Grund, erklärte sie, habe man zum Beispiel auch auf dem am gleichen Tag stattfindenden Gipfel gegen Jugendgewalt, überlegt, was konkret getan werden kann, um die Probleme zu beheben. Die Bürgermeisterin nannte außerdem einige Hilfsmaßnahmen, die bereits greifen würden wie zum Beispiel der vermehrte Einsatz von Schulsozialarbeitern.
Berlinale: Das Filmteam zeigt sich „superstolz“
Darüber hinaus erwähnte sie den in Zukunft kostenlosen Eintritt in Schwimmbäder für sozial schwache Menschen. „Trotzdem möchte ich hier nichts rechtfertigen, sondern unsere Aufgabe ist es, weiter an den Problemen zu arbeiten. Deswegen ist euer Film auch so wichtig, denn ihr sorgt dafür, dass solche Menschen zu Wort kommen und erzählt diese Geschichten. Also, lasst uns den Mut nicht verlieren und lasst uns erkennen, dass es immer einen Weg gibt“, beendete Giffey ihre Rede und schlug feierlich das Gästebuch von Berlin auf.
Bevor Autor Felix Lobrecht, Regisseur David Wnendt sowie Schauspieler wie Levy Rico Arcos und Vincent Wiemer jedoch einzeln vortraten, um sich in dem roten Buch zu verewigen, bedankte sich Lobrecht bei Giffey: „Wir sind alle superstolz und freuen uns riesig, dass wir uns hier eintragen dürfen“. Und auch die kleinen Bären-Trophäen, von denen jeder des Filmteams eine erhielt, da der Film, so Giffey, ja leider nicht am Berlinale-Wettbewerb teilnimmt, fanden die jungen Männer von „Sonne und Beton“ „richtig geil“.

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Etwas verlegen reichten sie Giffey dankend die Hand und hatten selbst sogar auch noch ein Geschenk für die Bürgermeisterin dabei: „Sie dürfen ja bestimmt keine Bestechungsgeschenke annehmen, aber wir haben Ihnen trotzdem noch einen Pulli von „Sonne und Beton“, einen Schal und ein paar andere Sachen mitgebracht“, sagte Lobrecht und überreichte ihr den Pulli, den Giffey mit Sicherheit auch „richtig geil“ fand.




