Der Luxusliner Queen Mary, der im Jahr 1934 vom Stapel lief, liegt heute in Long Beach (Kalifornien) vor Anker und dient als eine Art Mischung aus Hotel und Themenpark. Seine Anziehungskraft verdankt er einer Reihe von Unglücken, die an Bord des „Titanic“-Nachfolgers geschahen und ihn in den Ruf brachten, mit einer Art Fluch beladen zu sein.
Ein Passagier kam unter ungeklärten Umständen in der Kabine B-340 zu Tode, und als die „Queen Mary“ während des Zweiten Weltkriegs als Truppentransporter diente, stieß sie mit einem Begleitschiff zusammen, was mehr als 200 Menschenleben kostete.
„The Queen Mary“: Horror auf zwei Zeitebenen
Auch nach 1945 riss die Serie an merkwürdigen und oft tödlichen Vorfällen nicht ab. Stoff genug also, um daraus einen für Touristen attraktiven Mythos zu konstruieren – und nun eben auch einen Film. Regie bei „The Queen Mary“ führte Gary Shore, der mit „Dracula Untold“ schon 2014 einen recht erfolgreichen Ausflug ins Fantasy-Horror-Genre hingelegt hat.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, die einander spiegeln. Eine Kleinfamilie mit Tochter im Jahr 1934, der kriegsversehrte Vater wird zur axtschwingenden Bestie. Und eine Kleinfamilie mit Sohn in unserer Gegenwart, die das Schiff mit irgendwelchen nicht näher erklärten Digitaltechniken noch attraktiver für Besucher machen will. Keine Frage, dass der Horror von damals plötzlich aus allen rostigen Ritzen dringt.
Am Ende nur noch eine Leistungsschau der Special Effects
So lange der Film seinen Plot entfaltet, bleibt er halbwegs interessant. Nur ist er leider schon nach einer Dreiviertelstunde damit fertig. Was bleibt, ist eine Leistungsschau von Special Effects und Setdesign, doch so etwas ist ohne gute Geschichte eher etwas für Branchenmagazine oder Seminare an Filmhochschulen.
Horror, USA/GB 2023, 125 min., von Gary Shore, mit Alice Eve, Tim Downie, Joel Fry



