Mit der Sonderausstellung „Ari-Arirang. Korea – Faszination für ein verschlossenes Königreich“ zeigen das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst im Humboldt Forum bis zum 21. April 2024 erstmals kaum bekannte koreanischen Bestände. Rund 120 Werke vermitteln auf einer Ausstellungsfläche von knapp 600 Quadratmetern einen Eindruck der koreanischen Kultur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden unterschiedliche Kopfbedeckungen.

Zwei große koreanische Wächterfiguren, geschnitzt aus einem Baumstamm und mit Hüten auf dem Kopf, empfangen den Besucher im Einführungsraum. Der vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit führende Ausstellungsrundgang beginnt mit einer Einführung in die komplexe koreanische Gesellschaft in der Zeit der Joseon-Dynastie (1392 – 1910).

Hut-Designerin Fiona Bennett mit den koreanischen Wächterfiguren.
Hut-Designerin Fiona Bennett mit den koreanischen Wächterfiguren.© Funke Foto Services | Sergej Glanze

Korea, das Land der Hüte

Mit einer raumgreifenden Hutlandschaft präsentiert die Ausstellung die Vielfalt der historischen Kopfbedeckungen Koreas und zeigt, wofür diese standen. Zu sehen ist zum Beispiel der „Jeonrip“, der von Soldaten in der Joseon-Zeit getragen wurde, aber auch elegante Herren- und Damenhüte werden gezeigt. Den Bogen in die Gegenwart spannt die Berliner Künstlerin und Modistin Fiona Bennett, deren Hutkreationen weltweit von Prominenten getragen werden.

Extra für die Ausstellung entwarf Bennett sechs Hüte, „inspiriert von der wunderbaren koreanischen Kultur“, so die Künstlerin. „Diese unglaubliche Vielfalt war mir vorher auch nicht vertraut.“ Ein besonderes Highlight: Drei der Hüte werden in der Ausstellung zum Sprechen gebracht. Die aufwendigen Kreationen können von den Besuchern aufgesetzt werden und erzählen dann als „Talking Hats“ aus ihrem bewegten Leben als Brauthut, als Kopfbedeckung einer Gelehrten und einer Schamanin. Der Hut spricht seinen Träger persönlich an, die Texte sind poetisch. Bennett hat für dieses interaktive Kunstprojekt mit der Rap-Poetin Yarah Bravo zusammengearbeitet, die die Texte geschrieben hat. „Wie fühlst Du Dich mit mir auf dem Kopf?“, fragt der Brauthut zum Beispiel. Und weiter: „Nur einmal komme ich aus dem Hutkarton. Das ist mein Tag. Ich bin Star für einen Tag.“

Kopfbedeckungen im Zentrum: In der Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts wurde Korea als das „Land der Hüte“ bezeichnet.
Kopfbedeckungen im Zentrum: In der Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts wurde Korea als das „Land der Hüte“ bezeichnet.© Funke Foto Services | Sergej Glanze

Satirische Masken und moderne Malereien

Ein weiteres Kapitel der Ausstellung widmet sich Masken aus verschiedenen Regionen Koreas, die ihre Tradition des humorvollen und satirischen Maskentheaters und -tanzes bis heute bewahrt haben. Im Mittelpunkt steht hier die Kritik an der gesellschaftlichen Elite. Die Masken verkörpern zum Beispiel abtrünnige Geistliche wie einen sündigen, von Krätze befallenen buddhistischen Mönch oder unmoralische Adelige und amüsieren in satirischen und gesellschaftskritischen Stücken, die vom Volk für das Volk konzipiert wurden. Einige der Masken werden auch bei Ritualen für gute Ernten und für die Abwehr von Dämonen verwendet.

Darüber hinaus bietet die Ausstellung mit Leihgaben aus dem National Museum of Korea die seltene Möglichkeit, die Feinheit koreanischer Porträtmalerei zu bewundern. Die vier Hängerollen, von denen aus konservatorischen Gründen immer nur je zwei zu sehen sein werden, zeigen Abbilder bekannter Joseon-zeitlicher Gelehrter mit den damals typischen Attributen. Die modernen Malereien von Bae Unseong und der Berlin-Zyklus der Künstlerin Yerin Hong setzen sich mit Themen der Identität und Heimat auseinander.

Humboldt Forum, Schloßplatz 1, 10178 Berlin. Öffnungszeiten: 10.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Dienstag geschlossen