Film

Detlev Buck ist auf den Hund gekommen

Kultregisseur Buck versucht sich an einer Komödie über Hunde und Frauen. Das ist ihm jedoch nicht wriklich gelungen.

Foto: DCM

Sie will den „traurigsten Hund der Welt“. Gerade hat ihr Freund ihr den langersehnten Platz in der Chefredaktion weggeschnappt. Und sie auch noch verlassen. Deshalb sucht die Journalistin Ella (Emily Cox) Trost und Ablenkung bei ei­nem Tier, das zu ihr passt und genauso depressiv ist. Zumal sie beim Tarotkartenlegen den Rat bekam, „dem Hund zu folgen“. Also nimmt die frustrierte Frau den Mischling Bozer vom Tierheim mit. Der springt aber schon bei der ersten roten Ampel aus dem Cabrio. Auf der Suche im Wald begegnet ihr der schöne, aber schüchterne Förster (Kostja Ullmann).

Detlev Buck hatte es schon immer mit Tieren, nicht erst seit den „Bibi & Tina“- & Pferdefilmen. Auch in seinem letzten, erst im August gestarteten Film „Asphaltgorillas“ gab es schwer verdauliche Szenen, in denen ein armer Rottweiler ein Abführmittel verabreicht bekam und sich in einem Lamborghini entlud. In „Wuff“ ist Buck jetzt ganz auf den Hund gekommen. Der Titel ist Programm. Der Regisseur betonte zwar, der Film solle „keine Romcom mit Hund“ sein. Aber genau das ist es geworden.

Ein Episodenfilm, an der erzählerischen Leine gehalten nicht nur von unterschiedlichen Vierbeinern, ­sondern auch von vier Freundinnen, die sich ihren Beziehungsblues bei Cocktails vorjammern. Neben Ella ist da die überforderte Mutter Cecilie (Johanna Wokalek), deren Berner Sennhund der beste Kamerad für ihren vom Down-Syndrom betroffenen Sohn ist, vor dem ihr Mann aber höllische Angst hat.

Da ist auch Silke (Marie Burchard), eine Hundeflüsterin, deren Geschäftsmodell von einem verschuldeten Ex-Fußballer (Frederick Lau) billig kopiert wird. Und da ist schließlich noch die Astrologin und Tarotkartenlegerin Lulu (Maite Kelly), die einen Hundebesitzer datet, was aber furchtbar daneben geht, weil sie Katzen liebt.

Lauter recht konstruierte Konflikte neurotischer Hauptstädter, die von treu-lieben Wauwaus zusammengeführt und -gehalten werden. Nach dem Motto: Jedes Töpfchen find’ sein Deckelchen, jedes Frauchen sein Herrchen. Dass der Sennhund sein Herrchen durchaus mag und sein Bellen ihn nur vor einer Krankheit warnen will, und dass der Fussballer die Hunde nicht nur ausführt, sondern sie auch gegeneinander Fußball spielen lässt, sind nur zwei der vielen eher plumpen Pointen.

Buck, der hier sinnigerweise den Tierheimchef gibt, kann immerhin bis in kleinste Parts mit einem illustren Cast aufwarten, ne­ben Lau, dem ewigen Underdog des deutschen Films, eine so starke Tragödin wie Johanna Wokalek, den „Jerks“-Star Emily Cox oder ein Mitglied der Kelly-Family. Sie spielen auch alle mit vollem Einsatz. Aber man muss sich doch fragen, wieso die sich alle für eine solche Klamotte hergeben.

Buck mag ein großer Tierversteher sein. Als Frauenversteher kann er sich mit seinem ersten Frauenfilm nicht profilieren. Für eine Komödie ist „Wuff“ nicht bissig, für eine Romcom nicht rührend genug. Dafür gibt es reichlich Hundehaufen und so philosophische Erkenntnisse wie die, dass nur Hunde dich so akzeptieren, wie du bist. Nun ja.