Spätestens mit seiner flammenden Dankesrede bei der Goldenen Kamera 2016 ist Jungschauspieler Edin Hasanovic der endgültige Durchbruch gelungen. Jetzt darf der 26-Jährige die Verleihung des Deutschen Filmpreises moderieren. Wir haben ihn vorab getroffen.
Gratulation, Sie sind der Jüngste, der je die Verleihung des Deutschen Filmpreises moderiert. Was war die erste Reaktion?
Edin Hasanovic: Ich konnte nicht Nein sagen. Das ist so eine große Ehre, dass die sich für mich entschieden haben und mir so ein Vertrauen schenken. Ich weiß gar nicht, woher die das nehmen. Ich hätte aber nicht absagen können. Da hätte ich die ganze Zeit gedacht: Das hätte ich machen können. Nein, das gestehe ich, da bin ich Rampensau genug.
Sie sind gerade erst 26 geworden. Ist das nicht noch sehr unerfahren? Oder: Muss man so unerfahren sein, weil man sich sonst erst nicht traut?
Was mir am meisten gefällt, ist, dass es da überhaupt nicht um mich geht. Ich hoffe, den Leuten einen kurzweiligen Abend zu bereiten. Aber ich stelle mich ganz in den Dienst der Lola und der Preisträger. Bei dem, was wir so an Stimmung transportieren wollen, ist es vielleicht ganz gut, dass es keiner macht, der zu erfahren ist.
Was überlegen Sie sich für Moderation?
Wir wollen die Leute mit einer Energie anstecken, wollen dafür sorgen, dass der Schlips ein bisschen gelockert wird. Was wir konkret vorhaben, sollte ich lieber nicht verraten. Nur so viel: Was wir da machen, hat man so im deutschen Fernsehen noch nicht gesehen.
2013 waren Sie selbst nominiert, damals haben Sie noch sehr gefremdelt. Wie fühlt sich das jetzt an?
So eine Nominierung mit 21 ist schon krass. Das war meine erste Gala-Veranstaltung überhaupt, ich kannte da keinen. Ich war so aufgeregt, dass ich schon Tage davor nichts essen konnte. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich diese Veranstaltung fünf Jahre später moderieren würde und die Hälfte der Menschen, die da sitzen, inzwischen kenne, hätte ich den für verrückt erklärt. Das ist schon ein Familiengefühl, wenn ich da jetzt auf die Bühne gehe.
2013 gingen Sie leer aus. Tat das weh? Muss man das überspielen?
Es tat schon weh. Aber es ist ja schon an sich eine Auszeichnung, nominiert zu sein. Rückblickend war es aber ganz gut, dass ich nicht gewonnen habe. Hätte ich mit 20,21 den deutschen Oscar gewonnen, hätte ich das vielleicht nicht verkraftet. Ich hab damals gegen Tom Schilling verloren, dafür muss man sich nicht schämen. Nur die zehn Minuten nach seiner Dankesrede, da hab ich in Gedanken immer wieder zurückgespult, wie es gewesen wäre, wenn. man meinen Namen aufgerufen hätte.
Was raten Sie den Nominierten? Muss man eine Rede vorbereiten? Muss man sich auch wappnen, dass man leer ausgehen kann?
Was ganz schlimm ist: Wenn jemand auf die Bühne kommt und sagt, damit habe ich gar nicht gerechnet. Hallo, die sind nominiert! Da bin ich doch Profi genug, mich vorzubereiten. Trotzdem soll man bitte unbedingt aufgeregt sein. Keiner soll sich zurückhalten, die sollen alle aus sich rausgehen. Auch wenn das in der Messehalle stattfindet, wo sonst Würstchen verkauft werden.
Was macht einen nervöser, nominiert zu sein oder zu moderieren?
Meine Aufregung verfliegt nach den ersten fünf Minuten. Hoffe ich zumindest. Sonst wird es ein Alptraum. Aber damit tröste ich mich: Ich glaube, dass die Nominierten viel nervöser sind.




