„Das goldene Zeitalter“

Diese Ausstellung soll Berlins neuer Publikumsmagnet werden

Die Gemäldegalerie Berlin zeigt ab Juli spanische Kunst. Prado, Louvre und MoMa stellen Leihgaben. Tickets sind jetzt buchbar.

Eine Art Vorschau: Michael Eissenhauer (r.), Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, steht zusammen mit den Kuratoren María López-Fanjul y Díez del Corral (2. v.l.) und  Roberto  Contini (l.) neben einem Gemälde aus der Werkstatt Velázquez, der "Infantin Maria von Habsburg".

Eine Art Vorschau: Michael Eissenhauer (r.), Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, steht zusammen mit den Kuratoren María López-Fanjul y Díez del Corral (2. v.l.) und Roberto Contini (l.) neben einem Gemälde aus der Werkstatt Velázquez, der "Infantin Maria von Habsburg".

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Italien mit Botticelli und seiner Kunst ist raus. Nun ist Spanien dran, in den alten Ausstellungskulissen der Botticelli-Schau in der Gemäldegalerie sitzt in der ersten Reihe der spanische Botschafter. Ganz und gar ungewöhnlich bei einer Ausstellungsankündigung, in diesem Falle nicht.

Wer kennt hierzulande schon die klangvolle Epoche „El Siglo de Oro“ im 17. Jahrhundert, so dachte man sich in der Botschaft, und regte diese Ausstellungsidee an. Vieles wurde noch nie außerhalb Spaniens ausgestellt, andererseits besitzt die Gemäldegalerie, auch wenn es kriegsbedingte Lücken gibt, einen schönen Bilderschatz dieser Zeit.

Und weil das alles so ist, hat Felipe VI. König von Spanien die Schirmherrschaft übernommen, und die Botschaft wie das Instituto Cervantes sind beim Rahmenprogramm involviert. Kurzum: Mit dem „Goldenen Zeitalter“ soll ab 1. Juli das bilaterale Ausstellungshighlight des Jahres eröffnen, so die Hoffnung der Staatlichen Museen. Die Zeitfenster-Tickets jedenfalls sind ab heute buchbar.

60 internationale Leihgeber beteiligen sich

Keine monografische Schau wird das, sondern ein „künstlerischer Kontinent“, gemischt mit Historienbildern, Porträts, Stillleben und religiösen Themen. Mit dem produktiven „El Siglo de Oro“ verbinden sich große Künstlernamen: An vorderster Front sind das Hofmaler Diego Velázquez, El Greco, Francisco de Zurbarán und Bartolomé Esteban Murillo.

Mit Alonso Cano oder Gregorio Fernández werden Meister vorgestellt, die in Deutschland wenig bekannt sind. 150 Kunstwerke, Malerei und Skulptur, werden präsentiert, 60 internationale Leihgeber beteiligen sich, Prado, Louvre, Metropolitan Museum.

Die Skulpturen sollen die Überraschung sein

Im 17. Jahrhundert verlor Spanien seine Vormachtstellung in Europa, nicht zuletzt auch durch die Ausbreitung des Protestantismus erlitt das Land einen Machtverlust. Paradoxerweise erlebte die spanische Kunst gerade in dieser Phase einen ungemeinen Aufschwung. „Die Skulpturen, die zusammen mit der Malerei ausgestellt wurden, werden die Überraschung sein“, glaubt Bernd Lindemann, Chef der Gemäldegalerie.

Zu sehen gibt es an diesem Tag lediglich die „Infantin Maria“ aus der Werkstatt Diego Velásquez’. Ein Ganzkörperporträt vor rotem, barocken Samtvorhang, sehr flach und wenig Raum gibt es da zu sehen. Dass es lange im Depot der Gemäldegalerie hing, hat seinen Grund, es ist eben nicht eindeutig dem Großkünstler zuzuschreiben. Am linken Bildrand zeigt es eine Nummer, 471. Und damit auch ein Stück deutsch-spanischer Geschichte: das erste spanische Gemälde, das als Schenkung der Königlichen Sammlung an das Berliner Museum ging.

Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz. 1. Juli bis 30. Oktober. Di-Fr 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr. Zeitfenstertickets (14 Euro) unter www.el-siglo-de-oro.de
Tel.: 030/266 424242

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