Kulturpolitik

Der Stiftung Preußischer Kulturbesitz fehlen Millionen Euro

Dramatische Töne bei der SPK-Jahrespressekonferenz: Mit den Besucherzahlen ist die Stiftung zufrieden. Mit dem Etat aber nicht.

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Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gleicht einem mittelständischen Unternehmen. Knapp 290 Millionen Euro betrugen die Gesamtausgaben im vergangenen Jahr, der Betriebshaushalt lag bei 183 Millionen Euro, die restlichen 106 Millionen Euro gingen in Bauvorhaben.

Sie finanziert sich über Besuchereinnahmen, Drittmittel und den Subventionen aus Bund und Land. Reichen tun die Einnahmen trotzdem nicht, von „einer dramatischen Finanzlage der Stiftung“ ist in dem Bericht zu lesen, der bei der Jahrespressekonferenz am Dienstag gereicht wurde.

Es wird „knallhart“ gespart

Und Hermann Parzinger, Präsident der SPK, führt aus, dass seine Stiftung „strukturell unterfinanziert sei“ – das Lieblingswort aller öffentlichen Einrichtungen –, und man dabei sei, die Löcher zu stopfen. Von Bund und Berlin habe man sieben Millionen Euro, doch eigentlich bräuchte man zwölf Millionen, für 2017 gehe er von einem Fehlbetrag von 15 bis 17 Millionen Euro.

An mangelnden Kostenbewusstsein würde es nicht liegen, versichert Parzinger, „knallhart“ würden sie sparen. Doch was gern in den Etatgesprächen übersehen werde, sind die Folgekosten der Bauten – so schön es auch ist, etwas Neues zu bauen, bleibt unberücksichtigt, dass so ein laufender Betrieb natürlich auch Kosten hat.

Botticelli war ein Besuchermagnet

Mit den Besucherzahlen ist Hermann Parzinger zufrieden, obwohl sie rückläufig waren. Gut 100.000 Besucher weniger haben 2015 im Vergleich zu 2014 in den Museen Eintritt bezahlt. Aber das war auch zu erwarten, schließlich ist die Neue Nationalgalerie, die 2014 257.000 Besucher zählte, seit einem Jahr wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Und auch das Pergamon­museum wird saniert und ist nicht vollumfänglich betretbar, was zu einem Besucherrückgang von knapp 250.000 Besuchern führte.

Kompensiert wurde er durch einige erfolgreiche Ausstellungen. 246.000 Zuschauer kamen in „Impressionismus und Expressionismus“ in der Alten Nationalgalerie, auch die „Botticelli Renaissance“ in der Gemäldegalerie war mit 190.000 Besuchern ein Zuschauermagnet.

Das Schloss ist im Zeitplan, „aber eng“

Trotzalldem müsse man an der „Außenwirkung der Museen“ einiges tun, so Parzinger. Nachdem in den Medien berichtet wurde, wie einsam man sich als Besucher doch in einigen Berliner Museen fühlt, hat der Stiftungspräsident eine Arbeitsgruppe eingesetzt; Ergebnisse, was zu verbessern wäre, sollen in diesem Jahr vorgestellt werden.

Beim Thema Schloss war Hermann Parzingers Botschaft eine doppelte: Wir liegen im Zeitplan, aber er ist eng. Dass es eine gewisse Ungeduld gebe, dass Neil MacGregor aus der Gründungsintendanz sich noch nicht der Öffentlichkeit gestellt habe, könne er nachvollziehen. Priorität habe aber die inhaltliche Arbeit. „Schief gehen“ dürfe jetzt nichts mehr.