Stage Theater

Am 31. August fällt der letzte Vorhang am Potsdamer Platz

Bis 31. August 2016 läuft im Stage Theater noch das Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“. Dann ist Schluss - auch für gut 100 Mitarbeiter.

Das Original und der Bühnen-Udo: „Hinterm Horizont“-Hauptdarsteller Serkan Kaya (l.) singt ein Duett mit Udo Lindenberg

Das Original und der Bühnen-Udo: „Hinterm Horizont“-Hauptdarsteller Serkan Kaya (l.) singt ein Duett mit Udo Lindenberg

Foto: Stage Entertainment/Tine Acke.

Neuer Eigentümer, neue Ausrichtung: Stage Entertainment, Deutschlands größter Musicalkonzern, schließt das Theater am Potsdamer Platz. Derzeit läuft dort die von Udo Lindenberg inspirierte Show „Hinterm Horizont“. Am 31. August 2016 soll der letzte Vorhang fallen. Von der Schließung betroffen sind „gut 100 Menschen“, wie Konzernsprecher Stephan Jaekel am Mittwoch der Berliner Morgenpost sagte.

Gemeinsam mit dem Betriebsrat solle nach Lösungen gesucht werden, aber für die meisten Mitarbeiter bedeute das Ende der Show, dass „sie sich einen neuen Job suchen müssen“, sagte Jaekel. Der gleichzeitig betonte, dass „kein weiteres Theater in Deutschland geschlossen werden soll“.

Die beiden weiteren Berliner Bühnen, das Bluemax Theater am Potsdamer Platz, in dem die Show mit der Blue Man Group läuft, und das Theater des Westens sollen demnach weiterhin bespielt werden.

Die Ticketverkäufe gingen zurück

„Hinterm Horizont“, das Mauerfall-Musical mit der Musik von Udo Lindenberg, läuft seit fünf Jahren und ist damit laut Stage „zum erfolgreichsten Musical Berlins aller Zeiten geworden“. Mehr als zwei Millionen Zuschauer haben sich laut Stage die Show im knapp 2000 Plätze fassenden Theater am Potsdamer Platz angeschaut. Die Ticketverkäufe aber gingen zurück, der Lebenszyklus der Show sei abgelaufen, so Jaekel. Anders ausgedrückt: Die Produktion wirft keinen Gewinn mehr ab.

Den aber erwartet der neue Eigentümer. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte der damals 73 Jahre alte Stage-Gründer Joop van den Ende 60 Prozent seiner Anteile an dem Theaterunternehmen an die CVC Capital Partners veräußert, um das Wachstum des Konzerns zu beschleunigen und weltweit in weitere Märkte vorzustoßen. Ziel war, so stand es in einer Mitteilung, „in den kommenden fünf Jahren“ die Besucherzahl von „heute zehn Millionen pro Jahr auf dann 20 Millionen“ zu verdoppeln“.

Stage Entertainment, Hauptsitz der Firma ist Amsterdam, betreibt in Deutschland derzeit noch zwölf Theater, vier in Hamburg, wo auch das Erfolgsstück „Der König der Löwen“ läuft, und drei in Berlin.

Zukunft des Theaters ist offen

Offen ist, was künftig im Stage Theater am Potsdamer Platz stattfindet. Weil man derzeit keine gewinnversprechende Produktion im Portfolio habe, müsse der Spielbetrieb zum 31. August eingestellt werden, so Jaekel. Der Mietvertrag endet allerdings noch lange nicht. Man werde nach Nutzungsmöglichkeiten für den bis Ende 2022 laufenden Mietvertrag suchen, sagte Jaekel.

Das Haus in Berlin ist zugleich zentraler Veranstaltungsort der Berlinale. Es gehört zusammen mit großen Teilen des Potsdamer Platzes seit dem Jahreswechsel dem kanadischen Immobilieninvestor Brookfield Property Partners.