Trauer

Hellmuth Karasek stirbt im Alter von 81 Jahren

Hellmuth Karasek, Literaturkritiker und auch Kolumnist für die Berliner Morgenpost, ist tot. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit.

Hellmuth Karasek, einer der bekanntesten deutschen Literaturkritiker, ist tot. Er starb nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren am Dienstag in Hamburg, wie seine Familie bestätigte.

Neben dem 2013 gestorbenen Marcel Reich-Ranicki prägte Karasek über Jahre die ZDF-Sendung „Das literarische Quartett“ und wurde so einem Millionenpublikum bekannt. Lange bestimmte er auch als Kulturchef des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ das Bild der Literatur, des Theaters und der Filmkunst in Deutschland mit.

Karasek schrieb auch selber zahlreiche Bücher, darunter Romane („Betrug“), Biografien („Billy Wilder - ein Nahaufnahme“) oder seine autobiografischen Erinnerungen „Auf der Flucht“ - Karasek stammte aus Schlesien. Unter dem Pseudonym Daniel Doppler verfasste Karasek auch mehrere Theaterstücke, darunter „Wachtel“.

Feiner Humor und Zwischentöne

Der Autor lebte in Hamburg. Er war in zweiter Ehe mit der Journalistin Armgard Seegers verheiratet und hatte vier Kinder. Sein Sohn Daniel Karasek leitet als Intendant das Kieler Theater. Seine Tochter Laura Karasek-Briggs ist Anwältin und Schriftstellerin.

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1988 startete im ZDF „Das Literarische Quartett“, das mit Unterbrechungen bis 2001 lief. Karasek zeigte eher feinen Humor und Zwischentöne, während Reich-Ranicki gern auch polternd hart über Bücher urteilte.

Eine Neuauflage des „Literarischen Quartetts“ soll am Mittwoch in Berlin aufgezeichnet werden. Das neue Kritikerquartett bilden Volker Weidermann, Christine Westermann und Maxim Biller sowie ein jeweils wechselnder Gast. Am Freitag (2. Oktober.) wird die erste Sendung der neuen Reihe ausgestrahlt.

Kolumne "Karaseks Woche" für die Morgenpost

Karasek begann seine journalistische Karriere 1960 bei der „Stuttgarter Zeitung“. Nach einigen Unterbrechungen wechselte er 1968 als Theaterkritiker und Feuilleton-Redakteur zur Wochenzeitung „Die Zeit“ (bis 1974). Danach begann seine „Spiegel“-Zeit: von 1974 bis 1991 leitete er das Kulturressort, 1996 kam es zum vorläufigen Bruch mit dem Magazin. Nach vierjähriger Pause schrieb Karasek im Jahr 2000 wieder ein Titelgeschichte für das Heft - über Marlene Dietrich.

Sein Romandebüt gab Karasek 1998 mit „Das Magazin“ - über das intrigante Innenleben eines Hamburger Nachrichtenmagazins, was ihm viele übelnahmen. Bis 2004 war er Mitherausgeber des Berliner „Tagesspiegel“. Neben seinen zahlreichen Büchern schrieb Karasek für Zeitungen, so etwas die Kolumne "Karaseks Woche" für die Berliner Morgenpost.

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„Das Fernsehen hat mein Leben am meisten verändert“, sagte Karasek über seine Zeit beim „Literarischen Quartett“ einmal. Seitdem kannten die Menschen sein Gesicht, auch wenn sie ihn manchmal mit Literaturnobelpreisträger Günter Grass verwechselten, wie er berichtete.

Karasek selbst ging bis ins hohe Alter auf Lesereise und schrieb weiter. Erst 2013 waren wieder zwei Bücher („Auf Reisen. Wie ich mir Deutschland erlesen habe“, „Frauen sind auch nur Männer“) von ihm erschienen.

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