Reaktionen auf seinen Tod

Trauer um Hellmuth Kararsek: "Ein wundervoller Mensch"

Er war der Mann für die feinen Töne im „Literarischen Quartett“. Nun ist Hellmuth Karaseks gestorben. Reaktionen auf seinen Tod.

Hellmuth Karasek 20013 auf der Frankfurter Buchmesse

Hellmuth Karasek 20013 auf der Frankfurter Buchmesse

Foto: Hannelore Foerster

Das Kieler Theater hat seinem Intendanten Daniel Karasek und dessen Familie sein tiefes Mitgefühl zum Tod seines Vaters ausgedrückt. „Wir werden unseren Intendanten in dieser schweren Zeit begleiten“, sagte Theatersprecher Volker Walzer. Hellmuth Karasek sei dem Kieler Theater über Jahre verbunden gewesen und habe sich Inszenierungen seines Sohnes angesehen - natürlich als Privatmann, nicht als Kritiker.

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Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) würdigte den Publizisten als einen der engagiertesten Literaturkritiker Deutschlands. „Der Journalist und Autor Karasek hat als glühender Verfechter der Lesekultur den Menschen das Buch nahegebracht. Er wird fehlen“, erklärte die Ministerin.

Auch das ZDF trauert um Hellmuth Karasek. ZDF-Kulturchef Peter Arens sagte: „Hellmuth Karasek war süchtig: süchtig nach Literatur und süchtig nach dem Disput, gerne kontrovers aber immer vermittelnd, gerne auch humorvoll - ein in jeder Hinsicht engagierter Kulturvermittler eben. Wir werden ihn vermissen.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Hellmuth Karasek als „eine echte Institution in Deutschland“. „Er liebte und litt an und mit der Literatur und war dabei immer ihr souveräner Vermittler und ein brillanter Unterhalter“, teilte Grütters mit. „Gerade durch seine Beiträge gelangen über viele Jahre sprühende und spannende Sendungen, die inspirierten und die Lust am Lesen weckten“, so Grütters. „Karasek wird uns nicht nur als geistvoller Feuilletonist, Herausgeber und Schriftsteller in Erinnerung bleiben, sondern auch als wundervoller Mensch.“

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) erklärte, mit Karasek verliere Deutschland einen seiner engagiertesten Literaturkritiker. Er habe als glühender Verfechter der Lesekultur den Menschen das Buch nahegebracht. „Er wird fehlen.“

SPD-Chef Sigmar Gabriel würdigte Karasek als prägende Figur des Geisteslebens. Deutschland verliere eine seiner brillantesten Stimmen. „Er baute wichtige Brücken zwischen dem intellektuellen Diskurs, der Welt des Literarischen und der Politik und Gesellschaft, bis hin zu einem breiten Fernsehpublikum“, teilte Gabriel mit. Karasek habe sein Publikum immer bestens unterhalten, „vor allem durch seinen besonderen Blick für das Kuriose und Absurde“. Seine Stimme werde fehlen, betonte der Vizekanzler.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) nannte Hellmuth Karasek einen humorvollen, leidenschaftlichen und großen Intellektuellen. „Er hat uns nicht nur die Literatur näher gebracht, sondern unserer Gesellschaft auch mit seinen Büchern und Kolumnen humorvoll und treffend einen Spiegel vorgehalten“, sagte Scholz. Karasek habe die Medienlandschaft in Deutschland mit geprägt. „Er hat es geschafft, der Hochkultur den Humor zu geben, ohne ihr die Tiefe zu nehmen.“

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler nannte Karasek einen „scharfzüngigen und fairen Kritiker der Kulturszene“. Als engagierter Feuilletonist habe er in Deutschland tiefe Spuren hinterlassen. „Hellmuth Karasek hat es geschafft, uns die Kultur als essentiellen Bestandteil unseres Lebens nahezubringen“, sagte sie. Seine Worte, sein Intellekt und sein Witz hätten „stets das Wesen der Dinge getroffen“. Kisseler sagte: „Ich trauere, gerade auch persönlich nach vielen unglaublich anregenden Begegnungen mit ihm und seiner Frau, um einen genauen Beobachter des Hamburger Kulturbetriebs.“

Als „rastlosen Feingeist der Kultur“ bezeichnete SPD-Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel den gestorbenen Literaturkritiker. „Egal in welchem Medien-, Kunst- oder Kulturbereich, stets spitzte er seine Beobachtungen und Kritiken auf einzigartige Weise zu. Nie bösartig, aber immer mit einer großen Portion Selbstironie“, würdigte Hessen-SPD-Chef Karasek. Sein Charme, Wissen und Humor werde der deutschen Kulturgemeinde fehlen. Der Literaturkritiker war am Dienstag im Alter von 81 Jahren in Hamburg gestorben.