Mauerfall-Jubiläum

Eine Lichtgrenze zum Gedenken an das Weltereignis vor 25 Jahren

Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an den Fall der Berliner Mauer. Leipzig feiert das Jubiläum der friedlichen Revolution mit einem Lichtfest, Berlin mit einer Lichtgrenze.

Foto: Maurizio Gambarini / picture alliance / dpa-Maurizio Gambarini

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – für die Menschen in Ost, aber auch West das wichtigste Ergebnis der friedlichen Revolution in der DDR. Das Jubiläum ist natürlich Anlass genug, um mit zahlreichen Veranstaltungen daran zu erinnern und sich über die gewonnene Freiheit zu freuen.

Entscheidend war 1989 die große Montagsdemonstration in Leipzig. Am 9. Oktober versammelten sich rund 70.000 Menschen friedlich – der ultimative Anfang vom Ende der DDR. Aus dem Anlass feiert die Messestadt das Jubiläum mit dem „Lichtfest Leipzig 2014“. Ein Kunst- und Bewegungsraum wird sich erstmalig über den gesamten Innenstadtring auf einer Länge von dreieinhalb Kilometern erstrecken. Entlang des historischen Demonstrationswegs stellen Licht-, Ton- und Video-Projektionen, Tanz, Performance und Musik Bezüge zwischen 1989 und 2014 her.

Ballons steigen in Berlin auf

Höhepunkt der Berliner Feierlichkeiten wird eine symbolische „Lichtgrenze“ aus tausenden illuminierten Ballons am Wochenende des 7. bis 9. November sein. Die Installation verläuft zwischen Bornholmer Straße mit der Bösebrücke bis zur East Side Gallery und der Oberbaumbrücke. Die Ballons werden am Abend des 9. November nach einem Countdown mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim in den Himmel steigen.

Ausstellung unter freiem Himmel

Eine begleitende Open-Air-Ausstellung entlang der „Lichtgrenze“ wird dabei einen Blick zurück auf die Teilungsgeschichte werfen, die friedliche Revolution und den Mauerfall. Die Ausstellung soll mit Fotos und Texten „Mauergeschichten“ an jeweils ausgewählten historischen Orten erzählen. Die Inhalte dafür erarbeitet die Robert-Havemann-Gesellschaft, die einen Großteil der Erinnerungen an die Ereignisse von 1989 aufbewahrt.

Bereits am Vormittag des 9. November findet in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße ein Gottesdienst statt. Zudem eröffnet dort die fertiggestellte Dauerausstellung im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer. Am Nachmittag ist ein von der Bundesregierung ausgerichtetes Bürgerfest am Brandenburger Tor geplant.

Viele Veranstaltungen im Vorfeld

Neben den zahlreichen Gedenkstätten und Dauerausstellungen, die die Erinnerung an die deutsche Teilung an den Mauerfall wachhalten – wie etwa das Mauermuseum, die Gedenkstätte an der Bernauer Straße oder das Stasi-Museum in der Normannenstraße –, laufen im Vorfeld des Jubiläums zahlreiche temporäre Veranstaltungen zum Thema. Noch bis Ende 2014 ist am Checkpoint Charlie das „Asisi Panometer“ zu besichtigen, eine 360-Grad-Darstellung der Berliner Mauer aus Westsicht.

Im „Projektraum – PhotoWerkBerlin“ (Hohenzollerndamm 176) wird die Ausstellung „Lost in Interiors – Photographische Positionen zur politischen Haft“ gezeigt. In der Ausstellung „Ost-Sicht – Verbotene Blicke“ im Besucherzentrum Gedenkstätte Berliner Mauer sind heimlich entstandene Fotos aus Ost-Berlin zu sehen. Das Kurzfilmfestival Interfilm widmet sich vom 11. bis zum 16. November u.a. dem Mauerfall und der Zukunft Europas.

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa-Paul Zinken