Seine Tage als Regierender Bürgermeister sind nun also gezählt. Klaus Wowereit, der mehr als 13 Jahre Berlin regierte, wird am 11. Dezember abtreten. Seit seiner Ankündigung der Demission an diesem Dienstag ist nichts mehr, wie es war.

Denn nun stehen seine möglichen Nachfolger im Fokus der Öffentlichkeit. Die Berliner – und auch die Bundes-SPD – schauen auf Parteichef Jan Stöß, den Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh und Stadtentwicklungssenator Michael Müller, die nun ihre politischen Pflöcke in den nächsten Wochen einrammen werden.

Jeder Schritt, jede Äußerung der Kontrahenten um die Macht im Roten Rathaus wird nun beobachtet und bewertet werden. So schnell geht das im politischen Betrieb.

Und Klaus Wowereit? Der Noch-Regierende Bürgermeister hat auf seiner Abschiedspressekonferenz schon angedeutet, in welcher Rolle er sich in den nächsten Monaten sieht. Das schönste Ereignis in seinem Leben sei der Mauerfall 1989 gewesen, so Wowereit. Damals regierte allerdings Walter Momper die Stadt. Aber in diesem Jahr wird sein Nach-Nachfolger Wowereit die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag noch begehen.

Das Ziel - ein positiver Schlusspunkt

Wieder wird die ganze Welt am 9. November nach Berlin schauen, wenn das Jubiläum der friedlichen Revolution begangen wird. Wowereit wird die Chance nutzen, über die Entwicklung der Stadt und deren Zukunft öffentlich nachzudenken.

Anfragen zu Auftritten und Interviews gibt es schon. Dabei gibt es eine Vielzahl von Problemen, die eigentlich nicht noch monatelang liegen bleiben dürfen, wie zum Beispiel die Personalsorgen der Bezirke, die Wohnungsnot oder die Endlosbaustelle BER.

Wowereit geht es aber nicht mehr um das Alltagsgeschäft. Seine eigentliche Rolle ist schon jetzt die des Elder Statesman, der über den tagesaktuellen Dingen schwebt. In den nächsten Wochen wird es ihm um den Zustand der Stadt als liberal, weltoffen und wachsend gehen. Das soll sein Vermächtnis sein. Wowereit will einen positiven Schlusspunkt unter seine Karriere setzen.