Konzert in Berlin

22.000 Fans singen mit Xavier Naidoo in der Waldbühne

Xavier Naidoo gehört zu den Stars, die selbst bei der größten Show eine fast kumpelhafte Nähe herstellen können. Auch in der Waldbühne kletterte er ins Publikum. Und wenn er sang, sangen Tausende mit.

Foto: Johannes Ehn / picture alliance / Johannes Ehn

Gewitter ist angekündigt. Das gehört bei Open Air-Konzerten zum Standard. Das Konzert von Xavier Naidoo in der Waldbühne ist seit Wochen ausverkauft. Um 19:15 setzt der Regen ein und Nico Suave, der ewige Gast in der deutschen HipHop-Szene, betritt die Bühne. „Seid ihr noch trocken? Wollt ihr noch rocken?“, ruft er. Und das Publikum zeigt, trotz all der Schirme, große Laune.

Als eine gute Stunde später Xavier Naidoo erscheint, jubeln ihm 22.000 Menschen zu. Mit den ersten Klängen von „Bei meiner Seele“ springen sie von den Bänken, und vom Himmel fallen die letzten Tropfen.

Gemeinsam mit seiner Band präsentiert Xavier Naidoo vor allem die Hits aus seiner fast zwanzigjährigen Karriere. Dabei ist er erst Anfang Vierzig, sieht aber immer noch aus wie Dreißig. Xavier Naidoo ist einer, der von sich selbst sagt, er sei nicht aufzuhalten. Letztes Jahr erschien das fünfte Solo-Album, es stand verlässlich auf Platz 1 der deutschen Charts. Kaum ein Song, der an diesem Abend nicht von Tausenden mitgesungen wird. Naidoo klettert hinunter ins Publikum und fragt eine Berlinerin, was man denn morgen unternehmen solle. „Schwimmen gehen“, antwortet sie. „Am Wannsee?“, will er wissen. „Nein, in Lochow!“ Xavier Naidoo amüsiert sich bestens. „Wo gehen wir morgen hin?“ „Nach Lochow!“, brüllt das Publikum einstimmig zurück.

Zugabe auf bayrisch

Er gehört zu den Stars, die selbst bei der größten Show eine fast kumpelhafte Nähe herstellen können. Bei dem Lied „Hört, hört“ wird auf den Leinwänden eine Gebärdendolmetscherin eingeblendet. Statt der Feuerzeuge leuchten die Smartphones in der Dunkelheit. Romantisch ist es trotzdem. Ein Hit folgt dem nächsten. Mütter tanzen mit ihren erwachsenen Töchtern. Niemand sitzt mehr.

Als erste Zugabe singt er auf bayrisch eine Ballade von seinem Kumpel Andreas Gabalieri. Sogar das kann er bringen. Es wird geschwelgt in der Volksmusik, bevor es noch einmal rockig wird und laut. „Ich kenne nichts, was so schön ist wie du“, mit dieser letzten Zugabe verabschiedet er sich, und jeder in der Waldbühne fühlt sich gemeint.