Bauhaus-Archiv

Bund und Berlin bringen Erweiterungsbau endlich voran

Der Bund bewilligt eine halbe Million Euro für die Planung des Erweiterungsbaus des Bauhaus-Archivs. Berlin bereitet den Architekturwettbewerb vor: 2015 soll der Entwurf gezeigt werden.

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Das Bauhaus-Archiv war lange Zeit das Stiefkind der Berliner Kulturpolitik. Dass es dringend einen Erweiterungsbau braucht, ist unstrittig. Aber wenn es dann zum Schwur kam bei den Haushaltsberatungen, dann rutschte das Museum nach hinten, Projekte wie eine Kunsthalle, die letztlich scheiterte, schienen der Berliner Kulturpolitik wichtiger. Das hat sich offenbar geändert.

Nachdem die erste Runde der Koalitionsverhandlungen im Kulturbereich auf Bundesebene im Bauhaus-Archiv stattfand, keimte Hoffnung auf. Selbst in den Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU hat es das Museum geschafft. Aber Papier ist geduldig, die Finanzmittel fehlten noch, zwischenzeitlich soll das Projekt sogar wieder gewackelt haben.

Dann aber hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages kurz vor Pfingsten in seiner abschließenden Sitzung zusätzlich 90 Millionen Euro für den Kulturetat 2014 bewilligt. Mit Blick auf das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum 2019 sind darin „jeweils eine halbe Million Euro als Planungsmittel für die Stiftung Bauhaus Dessau sowie das Berliner Bauhaus-Archiv“ enthalten, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mitteilte.

Bund und Land teilen sich die Kosten

Natürlich kann man mit dieser Summe keinen Erweiterungsbau finanzieren, aber das ist das berühmte Zeichen, auf das alle gewartet haben. „Die Grundsatzentscheidung“, wie Markus Klimmer, der Vorstandsvorsitzende des Bauhaus-Archiv-Vereins sagt. Die gleiche Summe steuert die Hauptstadt bei. Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) bezeichnete den Bundesbeschluss als „ein wichtiges und sehr erfreuliches Signal gerade im Hinblick auf das Jubiläum. Anscheinend waren die vielen konstruktiven Gespräche, die wir im Hintergrund mit den Haushältern des Bundes geführt haben, erfolgreich.“

Mit dem jetzt bewilligten Geld wird die Planung für den Erweiterungsbau forciert, denn zum Jubiläum 2019 „soll das Ding stehen“, wie Klimmer es etwas salopp, aber gut gelaunt formuliert. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bereitet derzeit „in Abstimmung mit dem Bund“ die Auslobung des Wettbewerbs vor. Für den Erweiterungsbau des Bauhaus-Archivs seien bislang 44 Millionen Euro veranschlagt, die Kosten wollen sich Bund und Land teilen. Die Senatsverwaltung rechnet damit, dass eine Jury „Anfang 2015“ über die Entwürfe entscheidet. Klimmer hofft auf eine „zeichensetzende Architektur“ und keinen Zweckbau. Schließlich geht es ja um einen Erweiterungsbau für das „Bauhaus-Archiv – Museum für Gestaltung“, so lautet der vollständige Name.

Walter Gropius lieferte die Entwürfe

Das Bauhaus-Archiv wurde 1960 von Hans Maria Wingler in Darmstadt gegründet, um der nach 1933 in alle Welt verstreuten materiellen Erbschaft des Bauhauses ein neues Domizil zu geben, wie es auf der Homepage des Bauhaus-Archivs heißt. Dass es nach Berlin kam, lag am mangelnden hessischen Engagement. Die Räumlichkeiten in Darmstadt wurden zu klein, Walter Gropius lieferte die Entwürfe für ein eigenständiges Museumsgebäude. Das Vorhaben scheiterte, das Land Berlin sprang ein, übernahm das Bauhaus-Archiv und stellte ein Grundstück zur Verfügung. 1976 schließlich wurde der Grundstein für das Museumsgebäude am Landwehrkanal gelegt, drei Jahre später wurde es bezogen.

Dass mit der Bewilligung von einer Million Euro für die Planung des Erweiterungsbaus auch selbiger kommt, darf man hoffen, aber ganz sicher ist das nicht – wie das Beispiel Marinehaus zeigt. Dort sollte die Stiftung Stadtmuseum ein neues Domizil beziehen, es wurde geplant und präsentiert – aber schließlich wurde das Projekt begraben.