Filmfestspiele

Mike Leigh wird Jury-Präsident der 62. Berlinale

Er tritt die Nachfolge von Filmgrößen wie Isabella Rossellini, Werner Herzog und Tilda Swinton an. Der britische Regisseur Mike Leigh führt die Jury der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin im Februar an.

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Der britische Regisseur Mike Leigh (68, „Nackt“, „Lügen und Geheimnisse“) wird Jury-Präsident der 62. Berlinale. Leigh habe sich in seiner knapp 40-jährigen Karriere als einer der herausragendsten Filmemacher des Autorenkinos profiliert, teilte das Festival am Freitag mit. Der Regisseur wird bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin (9.-19. Februar 2012) die Jury leiten, die über den Goldenen und die Silbernen Bären des Wettbewerbs entscheidet.

Leighs Filme wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und waren mehrfach im Oscar-Rennen. Für die Charakterstudie „Vera Drake“ gewann er 2004 den Goldenen Löwen in Venedig. „Leigh zeigt wirklichkeitsnahe, ungeschminkte und dennoch humorvolle Portraits der britischen Gesellschaft“, hob die Berlinale hervor.

Dort war der Brite schon mehrfach vertreten, so 2008 im Wettbewerb mit der Sozialkomödie „Happy-Go-Lucky“. Hauptdarstellerin Sally Hawkins bekam dafür den Silbernen Bären als beste Darstellerin. Die Paar-Geschichte „Another Year“ lief 2010 im Wettbewerb von Cannes.

Leighs Werk umfasst mehr als 20 Filme. Zudem habe er sich als Theaterregisseur, Dramatiker und Drehbuchautor einen Namen gemacht, unterstreicht das Festival. Leigh arbeitet viel mit Improvisationen, auch bei seinen Theaterinszenierungen. Sein aktuelles Bühnenstück heißt „Grief“ (Trauer).

Sein Debüt als Kinoregisseur feierte Leigh 1972 mit „Freudlose Augenblicke“, der ihm beim Festival in Locarno den Goldenen Leoparden bescherte. Leigh gehört neben Stephen Frears und Ken Loach zu den Protagonisten des „New British Cinema“, des neuen britischen Kinos.

Jury-Präsidenten der Berlinale waren bereits Filmgrößen wie Isabella Rossellini, Werner Herzog und Tilda Swinton.

Neben Regisseuren wie Stephen Frears ist Mike Leigh einer der großen Vertreter der Autorenfilmbewegung „New British Cinema“.

1943: geboren nahe Manchester als Sohn einer jüdischen Familie

1960-62: Ausbildung an der Royal Academy of Dramatic Arts

1967: Regieassistent bei der Royal Shakespeare Company

1970-73: Dozent an der London Film School

1971: Leigh dreht seinen ersten Film „Bleak Moments“

1972: sein Erstling wird in Locarno mit dem Goldenen Leoparden geehrt

1973: Leigh heiratet die Schauspielerin Alison Steadman

1977: sein bekanntestes Theaterstück, „Abigails Party“, entsteht

1989: Europäischer Filmpreis für „High Hopes“

1993: großer Durchbruch mit „Naked“, Preis für beste Regie in Cannes

2005: Uraufführung seines Stücks „Two Thousand Years“ in London