Vorzeitiger Wechsel

Gorki-Intendant Petras unterschreibt in Stuttgart

Der derzeitige Intendant des Berliner Maxim Gorki Theaters Armin Petras hat den Vertrag für die Schauspielintendanz des Stuttgarter Staatstheaters unterschrieben. Allzu ordentlich soll seine Arbeit dort ab 2013 allerdings nicht verlaufen.

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Armin Petras übernimmt im Sommer 2013 die Schauspielintendanz am Staatstheater in Stuttgart. Der Verwaltungsrat des Hauses wählte den 47 Jahre alten Intendanten des Berliner Maxim Gorki Theaters am Montag in Stuttgart einstimmig zum Nachfolger von Hasko Weber. Die Intendanz des Stuttgarter Staatstheaters wird Ende August 2013 frei, da Weber seinen Vertrag auf eigenen Wunsch nicht verlängert hat. Eine Findungskommission im Auftrag des Verwaltungsrats hatte Petras am 10. Oktober vorgeschlagen, am Montag unterzeichnete er seinen Vertrag.

„Frei nach Hermann Hesse erwarten wir magisches Theater, allerdings für Jedermann“, sagte Kunststaatssekretär Jürgen Walter (Grüne). Armin Petras erwiderte darauf lächelnd: „Das kann ich versprechen.“ Nachdem Petras im Oktober offiziell vorgeschlagen worden war, sorgte ein Interview für Verwunderung, in dem der Künstler sagte, dass ihm kein Stadttheater fremder sei als Stuttgart. Am Montag erläuterte Petras, dass „fremd“ für ihn noch nie einen negativen Beigeschmack gehabt habe. „Es hat immer mit Interesse und Neugier zu tun.“ Neugier sei eine der wichtigsten und frühesten Eigenschaften und Talente des Menschen. „Wenn wir die Neugier nicht mehr haben, werden wir als Mensch auch nicht mehr funktionieren.“

Wildheit nach Stuttgart bringen

Es mache ihn „ein bisschen stolz“, in ein „schönes, großes, reiches Land wie Baden-Württemberg“ kommen zu dürfen. Er freue sich auf das leistungsstarke Ensemble und die Zusammenarbeit mit den Intendanten der anderen Sparten. „Ich hoffe, dass wir trotzdem nicht zu ordentlich sind und auch ein bisschen Wildheit in die Gegend hineinbringen.“ Über seine Pläne als Intendant hielt sich der 47-Jährige bedeckt. Petras sagte, dass er wie Weber ein „Verfechter des Ensembletheaters“ sei. Auch er sei an sozialen und politischen Fragen der Gesellschaft interessiert, die im Theater gespiegelt würden. Ob Petras Hausregisseure vom Maxim Gorki Theater mit nach Stuttgart bringt, wollte er am Montag nicht sagen. „Das wird sich bald entscheiden.“

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