Mit Spannung und viel Blut wartet der zweite Kieler „Tatort“ nach einer Geschichte von Bestseller-Autor Henning Mankell auf. Schon der Beginn der Folge „Borowski und der coole Hund“ verheißt Unheil:
In dem übernatürlich wirkenden Licht eines südschwedischen Sonnenuntergangs schleppt sich ein Hund über den Strand. Erst sieht es so aus, als ob er die Sonnenstrahlen genießt - dann fletscht er die Zähne.
Szenenwechsel: Ein Badesteg an der Kieler Förde. Wieder zeigt die – dieses Mal gleißende – Sonne drohendes Ungemach an. Ein Mann und eine Frau haben Sex, er springt ins Wasser und geht damit einem Mörder in die Falle, in eine Falle aus Bambusstangen, auf denen das Opfer aufgespießt wird.
Ist er ein Zufallsopfer oder steckt ein Plan dahinter? Vieles deutet auf Letzteres hin, zumal der Tote Tollwut hatte, die in Deutschland als ausgerottet gilt. In dem unübersichtlichen Fall ermittelt am Sonntag (6. November, 20.15 Uhr, ARD) Kommissar Borowski (Axel Milberg) zum zweiten Mal zusammen mit Sarah Brandt (Sibel Kekilli).
Schützenhilfe aus Schweden
Unterstützung bekommt Borowski von einem schwedischen Kollegen. Kommissar Stefan Enberg (Magnus Krepper) kennt Borowski noch von früher. Sie verstehen sich gut, gleichwohl Enberg sehr viel extrovertierter als Borowski und eher auf einer Wellenlänge mit Borowskis neuer Kollegin ist.
Enberg berichtet von einem Mädchen, das in Schweden an Tollwut gestorben ist. Seine Nachforschungen haben ihn nach Schleswig-Holstein geführt. Die Fälle scheinen zusammenzuhängen und die Schlüsselfigur ist offenbar die schöne Ina Santamaria (Mavie Hörbiger), die im Internet ständig nach neuen Sexbekanntschaften sucht – und die zu Selbstverstümmelungen neigt.
Borowskis 16. Fall ist die zweite Geschichte, die Mankell für den „Tatort“ geschrieben hat. Die Idee mit der Falle aus Bambusstangen dürften Mankell-Leser aus seinem Roman „Die fünfte Frau“ kennen, über den der „Spiegel“ damals, 1998, schrieb:
„Raffiniert und behutsam, dabei ungemein spannend, entwickelt der schwedische Autor Henning Mankell ... eine unverwechselbare, beklemmende Atmosphäre, die weit über das hinausgeht, was ein durchschnittlicher Krimi zu bieten hat.“
Regisseur Christian Alvart, der sich, wie er in einem ARD-Interview sagte, bei dem Film auf die Thriller-Aspekte und die Ermittler konzentrieren wollte, ist es ganz gut gelungen, die Atmosphäre aus Mankells Romanen auf den Bildschirm zu bringen.
Allerdings hecheln die Ermittler und er durch die komplizierte Geschichte, die Michael Proehl als Drehbuch umgesetzt hat – und wie sie bekommt auch der Zuschauer kaum die Gelegenheit, die Figuren und ihre Gefühlswelt kennenzulernen.
Es wäre interessant zu wissen, wie Mankell den Film findet. Alvart sagte, er habe keine Gelegenheit gehabt, sich mit dem Autoren über den Stoff auszutauschen. Er sei selbst gespannt auf Mankells Meinung.
"Borowski und der coole Hund“, am Sonntag, 6. November 2011 um 20.15 Uhr in der ARD
dapd/mk




