Nach Krankheit

Berliner Kulturexperte Bernd Mehlitz gestorben

Er galt viele Jahre als graue Eminenz der Berliner Kultur, als Strippenzieher: Bernd Mehlitz. Mit 71 Jahren ist er nach langer Krankheit gestorben.

Er prägte über Jahrzehnte die Berliner Kulturpolitik: Bernd Mehlitz. Der 71-Jährige ist am Donnerstag nach langer Krankheit gestorben, teilte die Senatskulturverwaltung am Freitag mit.

Mehlitz war jahrelang in leitender Position in der Kulturverwaltung des Landes Berlin tätig. Er habe herausragende Künstler in die Stadt geholt, darunter den Dirigenten Daniel Barenboim, und startete die Förderung der Rockmusik. Als erster setzte er sich auch für die Unterstützung der freien Musik- und Theaterszene ein. Kulturstaatssekretär André Schmitz würdigte Mehlitz als herausragenden Ideengeber und Gestalter.

Mehr als 43 Jahre lang hatte Mehlitz als Beamter im öffentlichen Dienst gearbeitet. Etwas mehr als die Hälfte davon in der Berliner Kulturverwaltung, wo er es bis zum Abteilungsleiter für die Bühnen, dem obersten Verwalter der Opern, Sprechtheater und Orchester, brachte. In dieser Zeit diente er zehn Kultursenatoren. Für viele war er der heimliche Berliner Ressortchef.

Verschwiegenheit und Loyalität waren für ihn zwei Primärtugenden. Die hatte er verkörpert, und so hatte es seinem Aufstieg nie geschadet, dass er seit 1966 SPD-Mitglied war, aber die meisten Kultursenatoren einer anderen Partei angehört haben.

Mehlitz wollte eigentlich bildender Künstler werden. In seinem Haus in der Schorfheide hatte er sich ein Atelier eingerichtet.