Es ist gar nicht so einfach, sechs Jahre alt zu sein. Obwohl er jetzt schon in die Schule geht und groß und vernünftig sein soll, findet Max es im Dunklen immer noch viel zu gruselig, um sorglos einzuschlummern. Also ruft er dauernd nach seiner Mutter, weil überall Gespenster lauern. Seine kleine Schwester Milli hingegen liebt Geister und eklige Spinnen, ist vorlaut und hat es auch sonst faustdick hinter den Ohren. Als die Geschwister jedoch auf dem Spielplatz auf den neuen Nachbarsjungen Peter treffen, fürchten sich beide, denn der fremde Junge ballert mit einer Spielzeugpistole in der Gegend rum und verjagt sie vom Klettergerüst. Dann verschwindet auch noch ein Kickboard.
Max ist ein Angsthase, Milli gemein und Peter böse, denken die Erwachsenen. Und liegen damit komplett falsch, weil sie, wie Milli meint, einfach keine Ahnung von Kindern haben. Wie die ticken, wusste Grips-Theater-Chef Volker Ludwig schon vor vierzig Jahren, als er 1978 „Max und Milli“ (ab 5) schrieb und damit nicht nur im eigenen Haus, sondern auch international einen Bühnenhit landete. Nun startete das Kinder- und Jugendtheater mit der Wiederaufnahme des Erfolgsstücks ins Jubiläumsjahr zum 40-jährigen Bestehen.
Dass „Max und Milli“ längst ein zeitloser Klassiker ist, beweist auch die gewitzte, temporeiche Neuinszenierung von Rüdiger Wandel. Es geht um Freundschaft, Macht, Angst und Mut, aber auch darum, wie Erwachsene mit ihren Kindern umgehen. Denn trotz seiner Pistole hat Peter (Daniel Jeroma) Angst vor den Schlägen seines Vaters (Jörg Westphal). Als der Junge Geld im Gully verliert, hilft Max (Roland Wolf) mutig mit Mutters Einkaufsmünzen aus. Milli, die Kathrin Osterode herrlich nervend, rotzfrech und TV-verliebt spielt, verpetzt aber alles und prompt gibt es Streit an allen Fronten. Claudia Balko, die die alleinerziehende Mutter spielt, hat 1987 übrigens schon die Milli gespielt. Nun muss sie über das Chaos schimpfen, dass die Gören anrichten. Doch zu guter Letzt regeln die Kinder mit viel Musik und guter Laune (fast) alles selbst.
GRIPS THEATER, Altonaer Straße 22, Tiergarten. Nächste Vorstellungen für Familien: 15. und 16. April um 10 Uhr, 21. und 19. April um 16 Uhr. Für Schulen: 31. März, 1., 21. und 22. April um 10 Uhr. Karten für Vormittagsvorstellungen: Telefon 3974740, für Nachmittagsvorstellungen Telefon 39747477.




