Kunst in Berlin

Museum Berggruen öffnet im Sommer 2012 wieder

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat das Richtfest zur Erweiterung und zum Umbau des Museums Berggruen in Berlin-Charlottenburg gefeiert. In einem benachbarten Gebäude entsteht mehr Platz für Werke der Klassischen Moderne.

Foto: Christian Kielmann

Der Himmel über Berlin ist an diesem Morgen so blau wie ein Farbtopf von Mondrian. An so einem Tag kann man sich gut vorstellen, wie Heinz Berggruen zu Lebzeiten aus seinem Apartmentfenster über dem Museum hinausschaute auf das benachbarte Kommandantenhaus. Dann träumte er davon, wie sein Museum an der Schloßstraße in Berlin-Charlottenburg sich erweitern würde. Platz für noch mehr Picassos, Matisses und Klees. Jetzt, vier Jahre nach seinem Tod und dank des Engagements auch seiner Familie, wurde seine Vision mit dem Richtfest für den Erweiterungsbau des Museums Berggruen Realität.

Der westliche Stülerbau wird bis nächsten Sommer ganz mit dem dann modernisierten historischen Kommandantenhaus mittels einer gläsernen Pergola verbunden. Ein Entwurf der in Berlin bekannten Museumsarchitekten Kühn Malvezzi, die auch schon die Berlinische Galerie und die Rieck-Hallen für die Sammlung Flick verantworten. Der Glasbau ist licht und transparent und ermöglicht somit einen schönen Durchblick zum Schloss Charlottenburg hinüber und auch in den geplanten Skulpturenpark, der den Namen Bettina Berggruen tragen soll. Für diesen Park mit dem alten Baumbestand hat Nicolas Berggruen bereits zwei Skulpturen gekauft. „Kuehn Malvezzi sind dafür bekannt, dass sie klug und einfühlsam mit bestehender Architektur umgehen – im Einklang mit modernen Elementen“, erklärt Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen, die Entscheidung.

Stärkung des Charlottenburger Museumsquartiers

Zweifellos bedeutet dieser Erweiterung des überaus beliebten Berggruen Museums eine Stärkung des Charlottenburger Museumsquartiers, das seit dem Umzug der Nofretete auf die Museumsinsel einen kräftigen Besucherschwund zu verkraften hat.

1000 Quadratmeter mehr Fläche stehen dem Haus zur Eröffnung nächsten Sommer zur Verfügung, künftig wird es 28 Ausstellungsräume statt 18 geben. Mittlerweile umfasst die Sammlung rund 250 Werke, nachdem die Familie noch einmal 50 dauerhafte Leihgaben hinzugefügt hat. Im Zentrum der Präsentation stehen natürlich weiterhin Berggruens Lieblingskünstler Picasso & Co. und die Klassische Moderne, künftig sollen aber mehr Sonderausstellungen hinzukommen, Platz ist ja dann genug. Auch der Museumspädagogik, das liegt bei allen Staatlichen Museen im Trend, wird zusätzlicher Platz eingeräumt. Die Kosten des Umbaus in Höhe von rund 6,5 Mio. Euro trägt der Bund, das Kommandantenhaus kommt kostenfrei und dauerhaft aus dem Besitz des Landes.