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Umzug von C/O Berlin in Monbijoupark beschlossen

Die renommierte Fotogalerie C/O Berlin kann im Bezirk Mitte bleiben. Nach monatelanger Suche ist mit dem Atelierhaus im Monbijoupark an der Spree ein neues Domizil gefunden.

Foto: dpa / dpa/DPA

Nach einer mehr als einjährigen Suche hat die renommierte Fotogalerie C/O Berlin in Mitte ein neues Domizil gefunden. Nur wenige Minuten von ihrem jetzigen Standort, dem Postfuhramt, entfernt, wird sie in das bezirkseigene Atelierhaus im Monbijoupark ziehen, wie Galerie-Direktor Stephan Erfurt am Freitag sagte. Einen entsprechenden Beschluss habe die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte am Donnerstagabend einstimmig gefasst. Die erste Ausstellung am neuen Standort soll Erfurt zufolge voraussichtlich Mitte oder im Herbst 2012 eröffnet werden.

Der Umzug der privat finanzierten Galerie, die Größen wie Annie Leibovitz und Peter Lindbergh präsentierte, ist notwendig, weil das Postfuhramt an der Oranienburger Straße einen neuen Eigentümer hat. Dieser will dort unter anderem ein Hotel und Wohnungen errichten.

Kulturstaatssekretär ist „überglücklich“

Das Atelierhaus und ein Seitengebäude seien kurzfristig, temporär für die Galerie zur Verfügung gestellt worden, sagte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Zunächst handele es sich um einen zweijährigen Pachtvertrag, dann müsse man weiter sehen, fügte der Politiker hinzu. Aber er gehe davon aus, dass der Standort ein langfristiges Domizil für die C/O sein werde. Wichtig sei, dass die Nutzung der Gebäude auch „parkverträglich“ sei und nicht durch ständige Events zur Party-Location werde.

„Sie sehen einen überglücklichen Kulturstaatssekretär“, sagte André Schmitz. Die Sommerausstellung „Based in Berlin“ habe diesen Ort für die Kultur „wachgeküsst“. Schmitz betonte, das C/O Berlin spiele längst in der internationalen Liga.

70 mögliche Standorte geprüft

Auch Galerie-Direktor Erfurt zeigte sich äußerst erleichtert. Es seien insgesamt 70 Standorte analysiert und geprüft worden . „Und immer wieder wurden wir enttäuscht“, betonte er.

„Wir sind froh, dass wir endlich ein eigenes Gebäude haben und nicht mehr der Spielball von Investoren sind“, sagte der Architekt und Mitbegründer der Galerie, Ingo Pott. Zudem sei er sich der „Prominenz des Ortes“ bewusst. Es werde jetzt umgehend mit der Umbauplanung des Atelierhauses und des Seitenbaus begonnen. Später werde auch der Bunker einbezogen. Insgesamt müsse perspektivisch über Erweiterungsbauten nachgedacht werden, da die Ausstellungsfläche nicht ausreiche. Aber das werde sich „im Dialog der Planungen“ ergeben.

Galerie-Betreiber wollen sich auch um Außenanlagen kümmern

Nach „vorsichtigen“ Schätzungen werde die Galerie im Sommer nächsten Jahres im Postfuhramt schließen und ein bis zwei Monate später im Monbijoupark wieder eröffnen, sagte Erfurt. Genau könne der Termin noch nicht benannt werden, da es noch keinen Überblick über die notwendigen Sanierungsmaßnahmen gebe. Mit zwei Weinpflanzen an der Fassade wollten die Galerie-Betreiber symbolisieren, dass sie sich auch um die Außenanlagen kümmern würden, betonte Erfurt. Bis Mitte nächsten Jahres würden die Expositionen wie geplant im Postfuhramt gezeigt.

Im Januar hatte die Galerie noch befürchtet, ihr Domizil bereits Ende März räumen zu müssen. Dann hatte es eine Einigung zwischen C/O Berlin und den neuen Besitzern – einer israelischen Investorengruppe - gegeben, wonach das Mietverhältnis bis Ende dieses Jahres verlängert wurde.

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