Filmpreis

Goldene Palme für "Onkel Boonmee"

Der thailändische Film "Onkel Boonmee" von Apichatpong Weerasethakul ist in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden.

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Der Film "Onkel Boonmee" (Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives) des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul setzte sich im Wettbewerb an der Cote d'Azur durch.

Video: Reuters
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Die 63. Filmfestspiele in Cannes sind am Sonntagabend mit einer Überraschung zu Ende gegangen: Die begehrte Goldene Palme ging an den Film „Oncle Boonmee“ des thailändischen Regisseurs Apichatpong Weerasethakul. Es ist die erste Auszeichnung dieser Art für Thailand. Der Beitrag war zuvor lediglich als cineastischer Geheimtipp gehandelt worden. Der Film zeigt einen schwerkranken Mann, der von den Geistern seiner bereits verstorbenen Familienangehörigen in den Tod begleitet wird.

Die Konfrontation mit dem Tod sollte sich als das diesjährige Leitthema des Festivals erweisen: Die zweithöchste Auszeichnung des Festivals, den Grand Prix der Jury, erhielt der französische Film „Des hommes et des dieus“ von Xavier Beauvois, der nach wahren Gegebenheiten die Geschichte von sieben 1996 aus einem algerischen Kloster entführten und später ermordeten Mönchen erzählt.

Der Preis für den besten Schauspieler wurde zu gleichen Teilen an den Spanier Xavier Bardem und den Italiener Elio Germano verliehen. Beide, Bardem in Alejandro Inarritus „Biutiful“ und Germano in „La nostra vita“ von Daniele Luchetti, spielen alleinerziehende Väter, die in der Halbwelt ihr Geld verdienen und auf je eigene Weise mit dem Sterben konfrontiert werden. Auf einer etwas leichteren Note wählte die neunköpfige Jury, der in diesem Jahr der Filmemacher Tim Burton als Präsident vorstand, Juliette Binoche für ihre Rolle in Abbas Kiarostamis Beziehungsdrama „Copie conforme“ zur besten Schauspielerin.

Den Preis für die beste Regie erhielt der Schauspieler und Filmemacher Mathieu Amalric für seinen Film „Tournee“. Als bestes Drehbuch unter 19 konkurrierenden Filmen wurde das koreanische Drama über eine alternde Frau und Großmutter, „Poetry“ von Lee Chang-dong gewürdigt. Den Jurypreis gewann nach langer Zeit wieder ein afrikanischer Film: „Un homme qui crie“ von Mahamat-Saleh Haroun aus dem Tschad, der den Bürgerkrieg in seinem Land zum Hintergrund einer Vater-Sohn-Geschichte hat.

Die franko-britische Schauspielerin Kristin Scott Thomas führte durch die Preiszeremonie , während der mehrfach des in seinem Heimatland inhaftierten iranischen Regisseurs Jafar Panahi gedacht wurde. Panahi war ursprünglich als Jurymitglied der Sektion „Un certain regard“ zum Festival eingeladen worden und war während des Festivals in den Hungerstreik getreten.