Metro-Goldwyn-Mayer

Doch nicht pleite. Bond darf weiter die Welt retten

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Mit fünf Milliarden Dollar Schulden zog Metro-Goldwyn-Mayer die Notbremse. Nun setzt das Filmstudio auf James Bond und die Hobbits.

James Bond darf weiter die Welt retten – im Auftrag Ihrer Majestät und des Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM). Das Traditionsstudio in Hollywood hat seine Insolvenz praktisch überwunden. 500 Millionen Dollar stellt die Großbank JPMorgan Chase für neue Produktionen bereit, und damit scheint auch die wegen der finanziellen Unsicherheiten um MGM vor einigen Monaten auf Eis gelegte 23. James-Bond-Verfilmung gesichert.

Das 1924 gegründete Filmstudio mit dem brüllenden Löwen im Wappen steht für Werke wie „Ben Hur“, „Vom Winde verweht“ (produziert von Selznick International Pictures), „Ein Amerikaner in Paris“, aber auch Zeichentrickserien wie „Tom und Jerry“. Glanzlichter der jüngeren Zeit sind neben zahlreichen Fernsehproduktionen großes Kino wie die 007-Agentenfilme, die nach der Übernahme von United Arts in den 1980er Jahren an MGM fielen.

Doch schon seit Jahren und über mehrere Besitzerwechsel hinweg ist MGM immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten geraten. 2005 wurde das Studio bei der Übernahme durch eine Firmengruppe um Sony und das Kabelfernsehunternehmen Comcast mit hohen Schulden belastet.

Neue Filme frühestens 2012

Zugleich blieben große Erfolge aus. Und das Geschäft mit DVD-Veröffentlichungen aus dem tausende Filme umfassenden Archiv ließ nach. Im Oktober dieses Jahres begann dann nach einer letztlich ergebnislosen Käufersuche ein Plan-Insolvenzverfahren, das nun praktisch abgeschlossen ist.

Demnach tauschen die Gläubiger von MGM, darunter der Milliardär Carl Icahn, Forderungen im Umfang von 5 Milliarden Dollar gegen Anteile an einer „neuen“, schlankeren MGM. Das Sagen bei dem Traditionshaus haben künftig die Mitgründer der kleinen Produktionsfirma Spyglass Entertainment, Gary Barber und Roger Birnbaum.

Sie wollen die „Ikone der Hollywood-Studios in ihre nächste Generation führen“, wie sie in einer Erklärung versprachen. Die ersten Filme der neuen Gesellschaft dürften freilich nicht vor 2012 in die Kinos kommen.

Viel wird vom Erfolg der geplanten zweiteiligen „Hobbit“-Verfilmung abhängen. An der Produktion ist MGM nach den bisherigen Plänen zu 50 Prozent beteiligt, zusammen mit Warner Bros. Und auch an der nächsten James-Bond-Produktion soll der MGM-Anteil bei 50 Prozent liegen.

( AP/memo )