Rückgabe aus Berlin

Sphinx von Hattuscha wieder zurück in der Türkei

Das Tauziehen zwischen Deutschland und der Türkei um die Sphinx von Hattuscha hat endgültig ein Ende. Die 3500 Jahre Skulptur ist nun aus dem Berliner Pergamonmuseum in ihre Heimat zurückgekehrt. Dort soll sie die Öffentlichkeit ab Herbst bewundern können.

Nach langem Streit hat Deutschland eine 3500 Jahre alte hethitische Skulptur an die Türkei zurückgegeben. Kulturminister Ertugrul Günay sagte, zunächst werde die Sphinx aus Hattuscha, der ehemaligen Hauptstadt des Hethither-Reiches in Zentralanatolien, im Istanbuler Archäologischen Museum präsentiert. Ab November soll die breite Öffentlichkeit die Sphinx bewundern können.

Im Ersten Weltkrieg hatten deutsche Forscher zwei steinerne Sphinx-Figuren aus Hattuscha nach Berlin gebracht, um sie zu restaurieren. Eine der Figuren wurde später in die Türkei zurückgebracht, die andere blieb in Berlin. Vor wenigen Monaten drohte Kulturminister Günay mit dem Stopp der deutschen archäologischen Ausgrabung in Hattusa, falls die Bundesrepublik die Sphinx nicht zurückgebe. Wissenschaftler des Deutschen Archäologischen Institutes erforschen seit Jahrzehnten die Ruinen von Hattuscha.

Auf deutscher Seite hatte es Befürchtungen gegeben, eine Rückgabe der geflügelten Löwenfigur könne ein Signal sein, dass auch der Streit mit Ägypten um die weltberühmte Nofretete neu entbrennt. Allerdings wurde die ägyptische Königinnenbüste, die im Neuen Museum in Berlin steht, Deutschland bei einer Fundteilung ausdrücklich zugesprochen. Deutschland versteht sich deshalb als rechtmäßiger Besitzer. Bei der Sphinx von Hattuscha gab es keine derartige Vereinbarung.

( AFP/ap )